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Philipp Otto Runge

An Caroline Perthes


d 19 Dec

An Caroline Perthes


d 19 Dec
+Liebe Caroline was Sie mir sagen, daß Pauline mein werden muste etc., das hatte ich selbst eben so gedacht. ich hatte es noch anders gedacht, ich hatte mir vorgestellt, wenn Gott uns nun alles versagte? oder was wir von Gott verdienen können, daß das nichts ist, und ob dieser Glaube so fest in mir wäre, nur dis Guth(e), was ich doch so sehr bewirken und begreifen mögte, wenn alles nun mit diesen Leben aus wäre. ob wir dan(n) doch so fest daran hielten und es auf Gottes Barmherzigkeit ankommen ließen, so wie eine Blume zu vergehen oder ewig so allein zu stehen, nie das innerste unseres Geistes und unserer Liebe gegen ein andres wesen ohne worten, sondern Grade zu, über gehen zu lassen, daß wir doch den Muth hätten, immer in der Liebe zu bleiben, das keine Noth und kein Vorfall dahin bringen kann, ohne Lohn und ewig ohne wieder so verstanden zu werden, doch immer nur dabey blieben, daß Gottes Güte unergründlich ist. Liebe Caroline, Sie werden das nicht als spas nehmen, was mich so recht im innersten gequält hat, und ob ich es nicht begreifen konnte wie es ewig werden könne, so hab ich doch die Stunden so aus gehalten, jetzt ist es mir deutlich, was der tiefste Wahnsinn ist, daß es auf eine gewisse Weise die höchste Gesundheit der Seele seyn kann, der starre Glaube, der alle Regel mit füßen tritt, weil die Regel, die in ihn ist, größer ist alls alles Gesetz der Bürgerlichen Gesellschaft, und wie wunderbar muste mir das seyn, das(s) in den augenblick, wo ich auf alles resignirte, mir die Nachricht kam, daß Pauline mich über alles liebe ich fühle es nun, da ich es so lebendig vor augen sehe, wie man sich ohne Grenzen verliehren kann, und ich muß nun ordentlich zeit haben, mich innerlich wieder menschlich zu gebehrden, und doch die Wahrheit die so unergründlich in uns ist nicht zu verliehren+, Pauline sagt(:) man hält mich für leichtsinnig, weil ich so ofen auf Sie zu komme, auf treu und glauben ihnen alles gebe, weil ich immer alles verstanden und alles geglaubt habe von ihnen, lieber Runge, ist das leichtsinnig? werden Sie mich jehmals verlassen können, werden Sie mich für die Ewigkeit nicht verlassen? ich liebe meine Eltern und meine schwestern, aber sie haben mich doch nie so verstanden, sie betrachten mich immer wie ein Kind, Sie verstehen mich gewiß.
+ mir ist nun so inwendig zu muthe, als wenn man aus einer großen gewaltigen Berggegend in ein Liebliches Thal kömmt, wo man wol wohnen mögte und kann doch die großen Geschichten nicht aus den Kopf bringen, ich war gestern in ein Concert, wo eine Sinfonie aufgeführt wurde, wo es immer mit einem flöthenton anfing, und wenn sich der zu mausig machen wollte, fingen alle instrumente an und schlugen ihn breit, und da fing er wieder an, und die Violine antwortete ihn und führten Gespräche, dan(n) kamen die Posaunen und Pauken und rissen wieder alles durcheinander, und doch, wens wieder still wurden, ließen sie sich doch nicht trennen und fingen an zu klagen, und dann wurds fröhlicher und die Instrumente übertäubten sie wieder, aber sie jauchzten laut dazwischen durch, bis zuletzt selbst all die lauten Instrumente sie im triumpf heraufbrachten, und gar des lobes nicht satt werden konnten ich dachte wer nur recht aushält, dringt doch zuletzt durch, und die Kraft selbst läßt sich doch mit uns verbinden.
Pauline läßt Sie recht viel grüßen+, sie sollten sich nur nicht zu große Gedanken von ihr machen, und wenn sie in Hamburg käme, ihre freundin seyn. +so weit, Liebe Caroline, sind das nun die schönen Gegenden, die recht romantisch sind, wo die schönen Künste recht gut fort kommen, wo aber nicht viel brotkorn wächst, da muß man nach den Platten lande gehen und mit diesen Speculationen will ich Sie nicht aufhalten, geben sie aber dieses doch auch an den Daniel, sie sollten nur die Nachricht so von meinem Weihnachten haben+. Da wäre ich nun auch recht gerne bey Ihnen, den(n) der Weihnachtsabend wird ein bisgen langweilig werden bey dem Hr. Hof secretär Ernst, den 2. ten feyertag ist aber ball, da bin ich ein Gast von den Hrn Advocaten Schernauer. und tanze den ersten tanz mit P.(auline), wo zu wir uns schon bestimmt auf alle bälle versprochen. es ist hier recht meschantes Wetter. deswegen hab ich auch gar nicht gemahlt, sondern lauter Knochen und solche Geschichten gezeichnet,
ich hab auch durch Richter etwas zum Weihnachten an Sie abgeschickt, es wird wol so mitten im fest an kommen, es ist nur nicht viel, wenn ich aber erst da bin, solls schon lustiger werden. für die Kinder wolt ich nix schicken, so was haben sie da weit besser, es müsten den(n) allenfalls Szwetschenprinzen gewesen seyn, sie sind aber noch nicht da,
Von der Alberti soll ich Sie auch grüßen, wenn ich mahl wieder da komme[n], werd ich doch viel zu erzählen haben, Adieu liebe Caroline, grüßen Sie doch an Besser und lottchen, ich wünsche ihnen immer zu Glück, es kann doch unmenschlich hübsch werden, wenn wirs recht anzufangen wissen

Ihr Otto Runge

P. S. ich habe gestern die Mama auch zu hause gebracht aus den Concert, die mir gesagt hat, ich solte sie nur völlig trauen, sie achteten und schätzten mich und sie würde nächstens bey der Alberti mit mir sprechen adieu


Version 1:
Runge, Philipp Otto (1965): Hinterlassene Schriften. Band I und II. Hrsg. von dessen ältestem Bruder Johann Daniel Runge. Faks. Nachdruck. 1. Aufl. 1840, Göttingen. > "An Caroline Perthes" *

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Liebe Caroline, was Sie mir
sagen, daß Pauline mein werden müsse u.s.w., hatte ich selbst eben so gedacht, -aber auch noch anders:
ich habe mir vorgestellt und mich gefragt: Wenn Gott uns nun alles versagte ? oder, da nichts ist, was wir von
Gott verdienen können, ob der Glaube so fest in mir wäre, an das Gute, das ich doch so gern begreifen und
bewürken möchte, wenn er es mir nun versagte ? Ob, wenn alles mit diesem Leben aus wäre, wir dann doch
so fest daran halten könnten, und es auf Gottes Barmherzigkeit ankommen lassen, so wie eine Blume zu
vergehen, -oder ewig allein zu stehen, nie das Innerste unseres Geistes und unserer Liebe gegen ein
andres Wesen auf dasselbe unmittelbare, nicht in Worten, übergehen zu lassen ? ob wir dennoch den Muth
haben könnten, immer in der Liebe zu bleiben, so daß auch keine Noth und kein Vorfall uns davon abbringen
könnte; ob wir ohne Lohn, und ewig ohne wieder so verstanden zu werden, doch immer nur dabey zu bleiben
verrnögen, daß Gottes Liebe unergründlich ist ? -

Liebe Karoline, Sie werden das nicht als Hirngespinnst nehmen, was mich so recht im Innersten gequält hat.
-Ob ich es auch nicht begreifen konnte, wie es ewig werden könne, habe ich doch die Stunden so
ausgehalten. Jetzt ist es mir deutnich, was der tiefste Wahnsinn ist und daß er auf eine gewisse Weise die
höchste Gesundheit der Seele seyn kann, -der starre Glaube, der alle Regel mit Füßen tritt, weil die Regen,
die in ihm lebt, höher ist als alles Gesetz der äußern Gesellschaft; -und wie wunderbar mußte mir das
kommen, daß in dem Augenblick, wo ich auf alles resignirte, mir die Nachricht wurde, daß Pauline mich über
alles liebe! -

Ich fühle es nun, da ich es so lebendigvor Augen sehe, wie man sich ohne Gränzen verlieren kann, und ich
muß nun ordentlich Zeit haben, um mich innerlich wieder menschlich zu gebehrden und dennoch die
Wahrheit, die so unergrünalich tief in uns liegt, nicht zu verlieren --. Mir ist nun inwendig so zu Muthe, wie
wenn man aus einer kühneii gewaltigen Berggegend in ein liebliches Thal kommt, wo man wohl wohnen
möchte, und kann doch die großen Gestalten nicht aus dem Kopfe bringen. -

Ich war gestern in einem Conzert, wo eine Symphonie aufgeführt wurde, worin es immer mit einem Flötenton
anfing, und wenn der sich zu mausig machen wollte, fingen alle Instrumente an und schlugen ihn breit, und
da fing er wieder an, und die Violinen antworteten ihm und führten Gespräche, dann kamen aber die
Posaunen und Pauken und rissen alles wieder durcheinander, und doch, wenn's wieder stille ward, ließen
jene sich doch nicht trennen, fingen an zu klagen, und dann wurde es fröhlicher, und die Instrumente
übertäubten sie wieder, aber sie jauchzten laut dazwischen durch, bis zulezt selbst alle die lauten
Instrumente sie im Triumph heraufbrachten und gar des Lobens nicht satt werden konnten. -Ich dachte, wer
nur recht aushält, dringt doch zuletzt durch, und die Kraft selbst läßt sich doch mit uns verbinden. Pauline läßt
Sie recht viel grüßen --. So weit, liebe K., sind es nun die schönen Gegenden, die recht romantisch sind,
wo die schönen Künste recht fortkommen, wo aber nicht viel Brodkorn wächst; da muß man denn nach dem
platten Lande dargehen -und mit diesen Speculationen will ich Sie nicht aufhalten. Geben Sie aber doch
dieses auch an Daniel; Sie sollten nur die Nachrichten von meinem Weihnachten haben u.s.w.


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d 19 Dec

2,184 # 19. Dezember 1802



An Caroline Perthes

An Caroline Perthes in Hamburg


d 19 Dec

 
Liebe Caroline, was Sie mir

+Liebe Caroline was Sie mir sagen, daß Pauline mein werden muste etc., das hatte ich selbst eben so gedacht. ich hatte es noch anders gedacht, ich hatte mir vorgestellt, wenn Gott uns nun alles versagte? oder was wir von Gott verdienen können, daß das nichts ist, und ob dieser Glaube so fest in mir wäre, nur dis Guth(e), was ich doch so sehr bewirken und begreifen mögte, wenn alles nun mit diesen Leben aus wäre. ob wir dan(n) doch so fest daran hielten und es auf Gottes Barmherzigkeit ankommen ließen, so wie eine Blume zu vergehen oder ewig so allein zu stehen, nie das innerste unseres Geistes und unserer Liebe gegen ein andres wesen ohne worten, sondern Grade zu, über gehen zu lassen, daß wir doch den Muth hätten, immer in der Liebe zu bleiben, das keine Noth und kein Vorfall dahin bringen kann, ohne Lohn und ewig ohne wieder so verstanden zu werden, doch immer nur dabey blieben, daß Gottes Güte unergründlich ist. Liebe Caroline, Sie werden das nicht als spas nehmen, was mich so recht im innersten gequält hat, und ob ich es nicht begreifen konnte wie es ewig werden könne, so hab ich doch die Stunden so aus gehalten, jetzt ist es mir deutlich, was der tiefste Wahnsinn ist, daß es auf eine gewisse Weise die höchste Gesundheit der Seele seyn kann, der starre Glaube, der alle Regel mit füßen tritt, weil die Regel, die in ihn ist, größer ist alls alles Gesetz der Bürgerlichen Gesellschaft,  und wie wunderbar muste mir das seyn, das(s) in den augenblick, wo ich auf alles resignirte, mir die Nachricht kam, daß Pauline mich über alles liebe  ich fühle es nun, da ich es so lebendig vor augen sehe, wie man sich ohne Grenzen verliehren kann, und ich muß nun ordentlich zeit haben, mich innerlich wieder menschlich zu gebehrden, und doch die Wahrheit die so unergründlich in uns ist nicht zu verliehren+, Pauline sagt(:)  man hält mich für leichtsinnig, weil ich so ofen auf Sie zu komme, auf treu und glauben ihnen alles gebe, weil ich immer alles verstanden und alles geglaubt habe von ihnen, lieber Runge, ist das leichtsinnig? werden Sie mich jehmals verlassen können, werden Sie mich für die Ewigkeit nicht verlassen? ich liebe meine Eltern und meine schwestern, aber sie haben mich doch nie so verstanden, sie betrachten mich immer wie ein Kind, Sie verstehen mich gewiß.
+ mir
 ist nun so inwendig zu muthe, als wenn man aus einer großen gewaltigen Berggegend in ein Liebliches Thal kömmt, wo man wol wohnen mögte und kann doch die großen Geschichten nicht aus den Kopf bringen,  ich war gestern in ein Concert, wo eine Sinfonie aufgeführt wurde, wo es immer mit einem flöthenton anfing, und wenn sich der zu mausig machen wollte, fingen alle instrumente an und schlugen ihn breit, und da fing er wieder an, und die Violine antwortete ihn und führten Gespräche, dan(n) kamen die Posaunen und Pauken und rissen wieder alles durcheinander, und doch, wens wieder still wurden, ließen sie sich doch nicht trennen und fingen an zu klagen, und dann wurds fröhlicher und die Instrumente übertäubten sie wieder, aber sie jauchzten laut dazwischen durch, bis zuletzt selbst all die lauten Instrumente sie im triumpf heraufbrachten, und gar des lobes nicht satt werden konnten  ich dachte wer nur recht aushält, dringt doch zuletzt durch, und die Kraft selbst läßt sich doch mit uns verbinden.
Pauline läßt Sie recht viel grüßen+, sie sollten sich nur nicht zu große Gedanken von ihr machen, und wenn sie in Hamburg käme, ihre freundin seyn. +so weit, Liebe Caroline, sind das nun die schönen Gegenden, die recht romantisch sind, wo die schönen Künste recht gut fort kommen, wo aber nicht viel brotkorn wächst, da muß man nach den Platten lande gehen  und mit diesen Speculationen will ich Sie nicht aufhalten, geben sie aber dieses doch auch an den Daniel, sie sollten nur die Nachricht so von meinem Weihnachten haben+. Da wäre ich nun auch recht gerne bey Ihnen, den(n) der Weihnachtsabend wird ein bisgen langweilig werden bey dem Hr. Hof secretär Ernst,  den 2. ten feyertag ist aber ball, da bin ich ein Gast von den Hrn Advocaten Schernauer.  und tanze den ersten tanz mit P.(auline), wo zu wir uns schon bestimmt auf alle bälle versprochen. es ist hier recht meschantes Wetter. deswegen hab ich auch gar nicht gemahlt, sondern lauter Knochen und solche Geschichten gezeichnet,

sagen, daß Pauline mein werden müsse u.s.w., hatte ich selbst eben so gedacht, -aber auch noch anders:
ich habe mir vorgestellt und mich gefragt: Wenn
 Gott uns nun alles versagte ? oder, da nichts ist, was wir von
Gott verdienen können, ob der Glaube so fest in mir wäre, an das Gute, das ich doch so gern begreifen und
bewürken möchte, wenn er es mir nun versagte ? Ob
, wenn alles mit diesem Leben aus wäre, wir dann doch
so fest daran halten könnten, und es auf Gottes Barmherzigkeit ankommen lassen, so wie eine Blume zu
vergehen, -oder ewig
 allein zu stehen, nie das Innerste unseres Geistes und unserer Liebe gegen ein
andres Wesen auf dasselbe unmittelbare, nicht in Worten, übergehen zu lassen ? ob wir dennoch
 den Muth
haben könnten
, immer in der Liebe zu bleiben, so daß auch keine Noth und kein Vorfall uns davon abbringen
könnte; ob wir ohne Lohn,
 und ewig ohne wieder so verstanden zu werden, doch immer nur dabey zu bleiben
verrnögen
, daß Gottes Liebe unergründlich ist ? -

Liebe Karoline
, Sie werden das nicht als Hirngespinnst nehmen, was mich so recht im Innersten gequält hat.
-Ob
 ich es auch nicht begreifen konnte, wie es ewig werden könne, habe ich doch die Stunden so
ausgehalten. Jetzt
 ist es mir deutnich, was der tiefste Wahnsinn ist und daß er auf eine gewisse Weise die
höchste Gesundheit der Seele seyn kann, -der starre Glaube, der alle Regel mit Füßen tritt, weil die Regen,
die in ihm lebt, höher ist als
 alles Gesetz der äußern Gesellschaft; -und wie wunderbar mußte mir das
kommen, daß in dem Augenblick
, wo ich auf alles resignirte, mir die Nachricht wurde, daß Pauline mich über
alles liebe! -

Ich
 fühle es nun, da ich es so lebendigvor Augen sehe, wie man sich ohne Gränzen verlieren kann, und ich
muß nun ordentlich Zeit haben, um mich innerlich wieder menschlich zu gebehrden und dennoch die
Wahrheit,
 die so unergrünalich tief in uns liegt, nicht zu verlieren --. Mir ist nun inwendig so zu Muthe, wie
wenn man aus einer kühneii gewaltigen Berggegend in ein liebliches Thal kommt, wo man wohl wohnen
möchte,
 und kann doch die großen Gestalten nicht aus dem Kopfe bringen. -

Ich
 war gestern in einem Conzert, wo eine Symphonie aufgeführt wurde, worin es immer mit einem Flötenton
anfing, und wenn der sich zu mausig machen wollte, fingen alle Instrumente an und schlugen ihn breit, und
da fing er wieder an, und die Violinen antworteten ihm und führten Gespräche, dann kamen aber die
Posaunen und Pauken und rissen alles wieder durcheinander, und doch, wenn's wieder stille ward, ließen
jene
 sich doch nicht trennen, fingen an zu klagen, und dann wurde es fröhlicher, und die Instrumente
übertäubten sie wieder, aber sie jauchzten laut dazwischen durch, bis zulezt selbst alle die lauten
Instrumente sie im Triumph heraufbrachten und gar des Lobens nicht satt werden konnten. -Ich dachte, wer
nur recht aushält, dringt doch zuletzt durch, und die Kraft selbst läßt sich doch mit uns verbinden. Pauline läßt
Sie recht viel grüßen --. So weit, liebe K., sind es nun die schönen Gegenden, die recht romantisch sind,
wo die schönen Künste recht fortkommen, wo aber nicht viel Brodkorn wächst; da muß man denn nach dem
platten Lande dargehen -
und mit diesen Speculationen will ich Sie nicht aufhalten. Geben Sie aber doch
dieses
 auch an Daniel; Sie sollten nur die Nachrichten von meinem Weihnachten haben u.s.w.

ich hab auch durch Richter etwas zum Weihnachten an Sie abgeschickt, es wird wol so mitten im fest an kommen, es ist nur nicht viel, wenn ich aber erst da bin, solls schon lustiger werden. für die Kinder wolt ich nix schicken, so was haben sie da weit besser, es müsten den(n) allenfalls Szwetschenprinzen gewesen seyn, sie sind aber noch nicht da,
Von der Alberti soll ich Sie auch grüßen, wenn ich mahl wieder da komme[n], werd ich doch viel zu erzählen haben, Adieu liebe Caroline, grüßen Sie doch an Besser und lottchen, ich wünsche ihnen immer zu Glück, es kann doch unmenschlich hübsch werden, wenn wirs recht anzufangen wissen

Ihr Otto Runge

P. S. ich habe gestern die Mama auch zu hause gebracht aus den Concert, die mir gesagt hat, ich solte sie nur völlig trauen, sie achteten und schätzten mich und sie würde nächstens bey der Alberti mit mir sprechen  adieu


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Das ist die Originalversion der Ressource: Verfügbar gemacht von christiane am 2009-10-22, Hashwert da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709