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Philipp Otto Runge

An Daniel


Dresd 1,016 # 7. November 1802

An Daniel


Es freut mich, daß in Hamburg es würklich den
Anschein hat, als sollte etwas von der Kunst dort zusammenkommen. Was mein Abspringen von dem
ordentlichen Wege betrifft, so muß ich zum Leidwesen der ordentlichen Menschen gestehen, daß das viel
ungeheurer noch werden muß. Ich fühle es ganz bestimmt, daß die Elemente der Kunst in den Elementen
selbst nur zu finden sind, und daß sie da wieder müssen gesucht werden; die "Elemente selbst" aber sind in
uns, und aus unserm Innersten also soll und muß alles wieder hervorgehen.
Zuerst bannten die Menschen
die Elemente und die Naturkräfte in die menschliche Gestalt hinein, sie sahen nur immer im Menschen sich
die Natur regen; das ist das eigentliche historische Fach, daß sie in der Historie selbst nur wieder jene
mächtigen Kräfte sahen: das war die Historie; das größte Bild, was daraus entstand, war das jüngste Gericht;
alle Felsen sind zur menschlichen Figur geworden, und die Bäume, Blumen und Gewässer stürzen
zusammen.Jetzt fällt der Sinn mehr auf das Gegentheil. Wie selbst die Philosophen dahin kommen, daß man
alles nur aus sich heraus imaginirt, so sehen wir oder sollen wir sehen in jeder Blume den lebendigen Geist,
den der Mensch hineinlegt, und dadurch wird die Landschaft entstehen, denn alle Thiere und die Blumen
sind nur halb da, sobald der Mensch nicht das Beste dabey thut; so dringt der Mensch seine eignen Gefühle


den Gegenständen um sich her auf, und dadurch erlangt Alles Bedeutung und Sprache. Daß die Gestalten
außer uns nichts sind, will ich dir erklären:

"Und Gott der Herr machte den Menschen aus einem Erdenklos, und er bließ ihm ein den lebendigen Odem
in seine Nasen. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele. -Und Gott der Herr pflanzte einen Garten
in Eden gegen dem Morgen, und setzte den Menschen drein, den er gemacht hatte." Und weiterhin: "Denn
als Gott der Herr gemacht hatte von der Erden allerley Thier auf dem Felde und allerley Vögel unter dem
Himmel, brachte er sie zu dem Menschen, daß er sehe, wie er sie nennete, denn wie der Mensch. allerley
lebendige Thier nennen würde, so sollten sie heißen."

Die Freude, die wir an den Blumen haben, das ist noch ordentlich vom Paradiese her. So verbinden wir
innerlich immer einen Sinn mit der Blume, also eine menschliche Gestalt, und das ist erst die rechte Blume,
die wir mit unsrer Freude meynen. Wenn wir so in der ganzen Natur nur unser Leben sehen, so ist es klar,
daß dann erst die rechte Landschaft entstehen muß, als völlig entgegengesetzt der menschlichen, oder
historischen Composition.

Die Blumen, Bäume und Gestalten werden uns dann aufgehen und wir haben einen Schritt näher zur Farbe
gethan! Die Farbe ist die lezte Kunst und die uns noch immer mystisch ist und bleiben muß, die wir auf eine
wunderlich ahnende Weise wieder nur in den Blumen verstehen. -Es liegt in ihnen das ganze Symbol der
Dreyeinigkeit zum Grunde: Licht, oder weiß, und Finsterniß oder schwarz, sind keine Farben, das Licht ist
das Gute, und die Finsterniß ist das Böse (ich beziehe mich wieder auf die Schöpfung); das Licht können wir
nicht begreifen, und die Finsterniß sollen wir nicht begreifen, da ist den Menschen die Offenbarung gegeben
und die Farben sind in die Welt gekommen, das ist: blau und roth und gelb. Das Licht ist die Sonne, die wir
nicht ansehen können, aber wenn sie sich zur Erde, oder zum Menschen neigt, wird der Himmel roth. Blau
hält uns in einer gewissen Ehrfurcht, das ist der Vater, und roth ist ordentlich der Mittler zwischen Erde und
Himmel; wenn beyde verschwinden, so kommt in der Nacht das Feuer, das ist das Gelbe und der Tröster,
der uns gesandt wird -auch der Mond ist nur gelb. -

Nun könnte einer fragen: Wozu soll alle diese Kunst und Spielerey? Das Höchste ist es doch nicht, es ist nur
durch das Höchste in uns hervorgebracht, und man könnte leicht am Ende dahin kommen, daß einen so
etwas zum Götzendienst brächte. -Recht gut, aber das erste (Höchste) können wir nicht festhalten, als nur
durch das zweyte, und wenn uns etwas auf das Erste zurückführen kann, so wird es doch nur dies Zweyte
können; der Götzendienst ist doch bloß die Leidenschaft des Menschen, und da steht in der Bibel sehr
gründlich die Geschichte von Cain und Habel: -Als Cain seinen Bruder getödtet hatte, und ihn Gott
verfluchte, sprach er:

"Meine Sünde ist größer, denn daß sie mir vergeben werden möge. Siehe, du treibest mich heute aus dem
Lande, und muß mich von deinem Angesicht verbergen, und muß unstät und flüchtig seyn auf Erden. So wird
mir's gehen, daß mich todt schlage, wer mich findet. -Aber der Herr sprach zu ihm: Nein, sondern wer Cain
todt schlägt, das soll siebenfältig gerochen werden."

Und von Cain kam Lamech, der nahm zwey Weiber, Ada und Zilla:

"Und Ada gebar Jabal, von dem sie herkommen, die in Hütten wohneten, und Vieh zogen. Und sein Bruder
hieß Jubal, von dem sind herkommen die Geiger und Pfeifer. Die Zilla gebar auch, nämlich den Thubalkain,
den Meister in allerley Erz und Eisenwerk. Und die Schwester des Thubalkain war Naema. -Und Lamech
sprach zu seinen Weibern, Ada und Zilla: Ihr Weiber Lamech, höret meine Rede, und merket, was ich sage.
Ich habe einen Mann erschlagen mir zur Wunden, und einen Jüngling mir zur Beulen. -Cain soll siebenmal
gerochen werden, aber Lamech sieben und siebenzigmal;"

und nun gleich darauf die folgenden Verse von Seth. -
Ich glaube, lieber Daniel, daß du alles verstehen wirst, was ich hiemit sagen will; es ist schriftlich schwer,
alle Zweifel zu heben, die dem Andern nur deswegen aufstoßen, weil wir uns in der Kürze nicht umfassend
ausdrücken können. -Das ist freylich einzusehen, daß es gut seyn würde, wenn es so wäre, wie
geschrieben; aber der Weg? Dafür ist auch zu sorgen. Ich will dir nächstens ein Bild beschreiben, das ich
machen will, und woraus alle anderen, die ich jemals machen kann, entstehen müssen, denn darauf beruht
alles, darin muß jede bekannte Blume und jeder Baum, die bedeutend und all gemein sind, ihre Würde und
Vollendung erhalten.

Wenn nun aber jemand sagt: Woher weißt du, daß das alles so richtig ist, was da in dir freylich alles so
zusammenhängt; fordre nun auch einmal einen Beweis vor dir? -Darauf weiß ich nun nichts zu sagen, als
was Christus antwortete, als ihn der Teufel versuchte mit den Worten: Bist du Gottes Sohn, so mach', daß


diese Steine Brod werden! "Du sollst Gott deinen Herrn nicht versuchen." -Bis dahin denke ich nur: Hebe
dich, Satan, von mir, denn du bist mir ärgerlich. "Denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott deinen
Herrn und ihm allein dienen. -Und da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm."

Aber wenn du mich nun so verstehst, wie ich es meyne -sage mir, ob du das thust? Sonst will ich dir alles
in einem langen Aufsatz mittheilen, wie alle diese Sachen zusammenhangen und wie nur daraus ich selbst
und die ganze neue Kunst hervorgehen kann, und wie und warum ich nur einen Theil dessen, was ich
einsehe, würklich von mir geben werde, weil sonst alles mit mir wieder zu Grunde gehen müßte, -man muß
sich selbst bezwingen, der Teufel führt uns auf die Zinne des Tempels, wo wir unsre ganze Herrlichkeit
zeigen sollen, und führt uns zulezt gar in die alte abgelebte Welt hinein, deren Herrlichkeiten er uns alle
geben will, wenn wir niederfallen und ihn anbeten. -Und so wirst du noch deutlich einsehen, daß ich nicht in
Italien studiren so11; wenn ich es einst sehen soll, so ist das vielleicht um 20 Jahre. -Sollte es Ossian wohl
gut gewesen seyn, wenn er den Homer studirt hätte?

Sollte dir hier durch das Ganze eine ungeheure Einbildung oder Stolz hindurch scheinen, so bitte ich dich, es
nur nicht von der Seite zu nehmen, sondern von der andern Seite. Mündlich würden wir uns gewiß verstehen.
-

Mir schwindelt oft, wenn ich in diesen ungeheuern Strudel sehe und richten sich vor Entsetzen dann die
Haare in die Höhe, wenn es mir lebhaft vor Augen kommt, daß Pauline nicht mein würde; das ist der einzige
Punct, der mich zur Besinnung bringt. Es faßte mich das neulich so entsetzlich, daß ich mir ewig verloren
schien, -aber das ist der Teufel, der da suchet, wie er uns verschlinge, dem widersteht fest im Glauben ! -
Aber bis zum Siege über ihn, und bis dahin, daß der Zweifel noch in mir ist und ich den freywilligen Tod in mir
nicht sterben kann, so lange ist noch alles lumpig, und der rechte Zusammenhang muß und wird erst dann
kommen, fest und unauflöslich. --



Version 1:
Forsthoff, Ernst (Hg.): Philipp Otto Runge. Schriften, Fragmente, Briefe. Berlin 1938. > "An Daniel" *

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Es freut mich, daß in Hamburg es würklich den
Anschein hat, als sollte etwas von der Kunst dort zusammenkommen. Was mein Abspringen von dem
ordentlichen Wege betrifft, so muß ich zum Leidwesen der ordentlichen Menschen gestehen, daß das viel
ungeheurer noch werden muß. Ich fühle es ganz bestimmt, daß die Elemente der Kunst in den Elementen
selbst nur zu finden sind, und daß sie da wieder müssen gesucht werden; die "Elemente selbst" aber sind in
uns, und aus unserm Innersten also soll und muß alles wieder hervorgehen.
Zuerst bannten die Menschen
die Elemente und die Naturkräfte in die menschliche Gestalt hinein, sie sahen nur immer im Menschen sich
die Natur regen; das ist das eigentliche historische Fach, daß sie in der Historie selbst nur wieder jene
mächtigen Kräfte sahen: das war die Historie; das größte Bild, was daraus entstand, war das jüngste Gericht;
alle Felsen sind zur menschlichen Figur geworden, und die Bäume, Blumen und Gewässer stürzen
zusammen.Jetzt fällt der Sinn mehr auf das Gegentheil. Wie selbst die Philosophen dahin kommen, daß man
alles nur aus sich heraus imaginirt, so sehen wir oder sollen wir sehen in jeder Blume den lebendigen Geist,
den der Mensch hineinlegt, und dadurch wird die Landschaft entstehen, denn alle Thiere und die Blumen
sind nur halb da, sobald der Mensch nicht das Beste dabey thut; so dringt der Mensch seine eignen Gefühle


den Gegenständen um sich her auf, und dadurch erlangt Alles Bedeutung und Sprache. Daß die Gestalten
außer uns nichts sind, will ich dir erklären:

"Und Gott der Herr machte den Menschen aus einem Erdenklos, und er bließ ihm ein den lebendigen Odem
in seine Nasen. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele. -Und Gott der Herr pflanzte einen Garten
in Eden gegen dem Morgen, und setzte den Menschen drein, den er gemacht hatte." Und weiterhin: "Denn
als Gott der Herr gemacht hatte von der Erden allerley Thier auf dem Felde und allerley Vögel unter dem
Himmel, brachte er sie zu dem Menschen, daß er sehe, wie er sie nennete, denn wie der Mensch. allerley
lebendige Thier nennen würde, so sollten sie heißen."

Die Freude, die wir an den Blumen haben, das ist noch ordentlich vom Paradiese her. So verbinden wir
innerlich immer einen Sinn mit der Blume, also eine menschliche Gestalt, und das ist erst die rechte Blume,
die wir mit unsrer Freude meynen. Wenn wir so in der ganzen Natur nur unser Leben sehen, so ist es klar,
daß dann erst die rechte Landschaft entstehen muß, als völlig entgegengesetzt der menschlichen, oder
historischen Composition.

Die Blumen, Bäume und Gestalten werden uns dann aufgehen und wir haben einen Schritt näher zur Farbe
gethan! Die Farbe ist die lezte Kunst und die uns noch immer mystisch ist und bleiben muß, die wir auf eine
wunderlich ahnende Weise wieder nur in den Blumen verstehen. -Es liegt in ihnen das ganze Symbol der
Dreyeinigkeit zum Grunde: Licht, oder weiß, und Finsterniß oder schwarz, sind keine Farben, das Licht ist
das Gute, und die Finsterniß ist das Böse (ich beziehe mich wieder auf die Schöpfung); das Licht können wir
nicht begreifen, und die Finsterniß sollen wir nicht begreifen, da ist den Menschen die Offenbarung gegeben
und die Farben sind in die Welt gekommen, das ist: blau und roth und gelb. Das Licht ist die Sonne, die wir
nicht ansehen können, aber wenn sie sich zur Erde, oder zum Menschen neigt, wird der Himmel roth. Blau
hält uns in einer gewissen Ehrfurcht, das ist der Vater, und roth ist ordentlich der Mittler zwischen Erde und
Himmel; wenn beyde verschwinden, so kommt in der Nacht das Feuer, das ist das Gelbe und der Tröster,
der uns gesandt wird -auch der Mond ist nur gelb. -

Nun könnte einer fragen: Wozu soll alle diese Kunst und Spielerey? Das Höchste ist es doch nicht, es ist nur
durch das Höchste in uns hervorgebracht, und man könnte leicht am Ende dahin kommen, daß einen so
etwas zum Götzendienst brächte. -Recht gut, aber das erste (Höchste) können wir nicht festhalten, als nur
durch das zweyte, und wenn uns etwas auf das Erste zurückführen kann, so wird es doch nur dies Zweyte
können; der Götzendienst ist doch bloß die Leidenschaft des Menschen, und da steht in der Bibel sehr
gründlich die Geschichte von Cain und Habel: -Als Cain seinen Bruder getödtet hatte, und ihn Gott
verfluchte, sprach er:

"Meine Sünde ist größer, denn daß sie mir vergeben werden möge. Siehe, du treibest mich heute aus dem
Lande, und muß mich von deinem Angesicht verbergen, und muß unstät und flüchtig seyn auf Erden. So wird
mir's gehen, daß mich todt schlage, wer mich findet. -Aber der Herr sprach zu ihm: Nein, sondern wer Cain
todt schlägt, das soll siebenfältig gerochen werden."

Und von Cain kam Lamech, der nahm zwey Weiber, Ada und Zilla:

"Und Ada gebar Jabal, von dem sie herkommen, die in Hütten wohneten, und Vieh zogen. Und sein Bruder
hieß Jubal, von dem sind herkommen die Geiger und Pfeifer. Die Zilla gebar auch, nämlich den Thubalkain,
den Meister in allerley Erz und Eisenwerk. Und die Schwester des Thubalkain war Naema. -Und Lamech
sprach zu seinen Weibern, Ada und Zilla: Ihr Weiber Lamech, höret meine Rede, und merket, was ich sage.
Ich habe einen Mann erschlagen mir zur Wunden, und einen Jüngling mir zur Beulen. -Cain soll siebenmal
gerochen werden, aber Lamech sieben und siebenzigmal;"

und nun gleich darauf die folgenden Verse von Seth. -
Ich glaube, lieber Daniel, daß du alles verstehen wirst, was ich hiemit sagen will; es ist schriftlich schwer,
alle Zweifel zu heben, die dem Andern nur deswegen aufstoßen, weil wir uns in der Kürze nicht umfassend
ausdrücken können. -Das ist freylich einzusehen, daß es gut seyn würde, wenn es so wäre, wie
geschrieben; aber der Weg? Dafür ist auch zu sorgen. Ich will dir nächstens ein Bild beschreiben, das ich
machen will, und woraus alle anderen, die ich jemals machen kann, entstehen müssen, denn darauf beruht
alles, darin muß jede bekannte Blume und jeder Baum, die bedeutend und all gemein sind, ihre Würde und
Vollendung erhalten.

Wenn nun aber jemand sagt: Woher weißt du, daß das alles so richtig ist, was da in dir freylich alles so
zusammenhängt; fordre nun auch einmal einen Beweis vor dir? -Darauf weiß ich nun nichts zu sagen, als
was Christus antwortete, als ihn der Teufel versuchte mit den Worten: Bist du Gottes Sohn, so mach', daß


diese Steine Brod werden! "Du sollst Gott deinen Herrn nicht versuchen." -Bis dahin denke ich nur: Hebe
dich, Satan, von mir, denn du bist mir ärgerlich. "Denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott deinen
Herrn und ihm allein dienen. -Und da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm."

Aber wenn du mich nun so verstehst, wie ich es meyne -sage mir, ob du das thust? Sonst will ich dir alles
in einem langen Aufsatz mittheilen, wie alle diese Sachen zusammenhangen und wie nur daraus ich selbst
und die ganze neue Kunst hervorgehen kann, und wie und warum ich nur einen Theil dessen, was ich
einsehe, würklich von mir geben werde, weil sonst alles mit mir wieder zu Grunde gehen müßte, -man muß
sich selbst bezwingen, der Teufel führt uns auf die Zinne des Tempels, wo wir unsre ganze Herrlichkeit
zeigen sollen, und führt uns zulezt gar in die alte abgelebte Welt hinein, deren Herrlichkeiten er uns alle
geben will, wenn wir niederfallen und ihn anbeten. -Und so wirst du noch deutlich einsehen, daß ich nicht in
Italien studiren so11; wenn ich es einst sehen soll, so ist das vielleicht um 20 Jahre. -Sollte es Ossian wohl
gut gewesen seyn, wenn er den Homer studirt hätte?

Sollte dir hier durch das Ganze eine ungeheure Einbildung oder Stolz hindurch scheinen, so bitte ich dich, es
nur nicht von der Seite zu nehmen, sondern von der andern Seite. Mündlich würden wir uns gewiß verstehen.


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07.11.02



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nur nicht von der Seite zu nehmen, sondern von der andern Seite. Mündlich würden wir uns gewiß verstehen. 

nur nicht von der Seite zu nehmen, sondern von der andern Seite. Mündlich würden wir uns gewiß verstehen.

-

Mir schwindelt oft, wenn ich in diesen ungeheuern Strudel sehe und richten sich vor Entsetzen dann die
Haare in die Höhe, wenn es mir lebhaft vor Augen kommt, daß Pauline nicht mein würde; das ist der einzige
Punct, der mich zur Besinnung bringt. Es faßte mich das neulich so entsetzlich, daß ich mir ewig verloren
schien, -aber das ist der Teufel, der da suchet, wie er uns verschlinge, dem widersteht fest im Glauben ! -
Aber bis zum Siege über ihn, und bis dahin, daß der Zweifel noch in mir ist und ich den freywilligen Tod in mir
nicht sterben kann, so lange ist noch alles lumpig, und der rechte Zusammenhang muß und wird erst dann
kommen, fest und unauflöslich. --


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