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Philipp Otto Runge

An David


Dresd 2,080 # 24. August 1801

An David


--- Ich bin nun mit der Aufgabe von Goethe fertig, an
der ich mich diese Zeit her fast krank gearbeitet, und meine Zeichnung ist nun zu ihm gesandi,' aber was wird
darnach kommen? -Lieber David, du mußt aber nothwendig im Frühjahr mit Carl'n herkommen; es ist mir
einer der schönsten Gedanken, euch die hiesigen Herrlichkeiten zu zeigen; ich meyne nicht eben die
Kunstsachen, von denen sieht man in so kurzer Zeit nichts, allenfalls den Rafael --. Sieh' einmal, da habe
ich hier einen prächtigen Menschen gefunden, der auch verliebt ist; da machen wir nun des Abends
Spaziergänge in die weite Welt hinein und sehen, wie es beym Mondschein zwischen -den Felsen und
Bäumen und Bächen und Flüssen iit;' -dan n kommen uns auch wohl Abentheuer zur Hand, wie wir über die
Flüsse uns setzen lassen, und dann die alten Löcher, die dichtbewachsen tief in die Felsen hineingehen, und
dann von den äußersten Spitzen senkrecht unter uns den klaren Himmel sich spi egeln sehen und die weiten
Aussichten bis nach Böhmen hin, und der Königstein und alles und jedes, wenn es von der untergehenden
Sonne beleuchtet wird, das wollte ich euch zeigen -- .


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