Michael Lingner

KUNSTmanifest

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Michael Lingner

Auch wenn die Kunst ihren angeblichen Elfenbeinturm verläßt - wie z.B. mit der Plakat-Aktion anläßlich der HAMBURGER KUNSTWOCHE 80 - und sich ganz offensichtlich auf die Lebenswelt einläßt, bleibt sie dennoch für das breite Publikum oft nach wie vor grundsätzlich problematisch: Entweder tendiert das Publikum dazu, den ästhetischen Charakter der in den Alltag integrierten Kunst - Objekte einfach zu übergehen und sich lediglich an das Spektakel zu halten, oder aber es reagiert erst recht mit Aversionen und verschiedensten Vor-Urteilen auf diese Kunst-Objekte, weil sie ihm ohne den Schutz musealer Aura und historischen Anspruches preisgegeben sind.

Die in ästhetischer Absicht geschaffene einzelne künstlerische Arbeit vermag derartige Vorurteile, die in unreflektierten Meinungen gründen, kaum zu überwinden. Deswegen habe ich mit meinen GEGEN-»MEINUNGEN versucht, solche scheinbar selbstverständlichen Meinungen zur Kunst zu thematisieren, infrage zu stellen und letztlich aufzuheben. Denn der"meinungsfreie", nicht normativ vorgeprägte Blick auf die Kunst, ist eine Grundbedingung für die Möglichkeit ästhetischer Erfahrung überhaupt. Darum möchte ich die 8 Thesen als Vor-Worte zur Wahrnehmung von zeitgenössischer Kunst schlechthin verstanden wissen und hoffe, daß die GEGEN-«MEINUNGEN ihre Funktion als provokativer Appell zur "Meinungsfreiheit" gerade während der Kunstwoche erproben und erfüllen können.


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