Michael Lingner, Franz Erhard Walther

Erlebnis- oder Erinnerungsraum?

Franz Erhard Walther über seinen Entwurf der Klagenfurter Kunsthalle

Im Gespräch mit Michael Lingner

Aus bestimmten Gründen integriert das Gebäude, das Du für Helmut Ritter entworfen hast, verschiedene Funktionsbereiche: Sowohl Verwaltungs- und Produktionsräume für Verlag sowie Druckerei und sogar eine Wohnung. Das Wichtigste an dem Gebäude ist jedoch die Kunsthalle, die aus Räumen für einen musealen Teil und Flächen für Wechselausstellungen besteht. Wir wollen uns darauf beschränken, über diese Ausstellungsräume zu sprechen, weil sie das Kernstück des Gebäudes ausmachen und ihm sein Gepräge geben. Du hast dieses Gebäude als Künstler entworfen und ich vermute, daß dabei für Dich die konstruktiven und statischen Gesichtspunkte sekundär waren, während im Vordergrund die Form und die Funktion des Gebäudes standen als eines spezifischen Ortes für Kunst. Welche Gesichtspunkte haben Dich dabei geleitet, für diese Funktion eine bestimmte Form zu finden?

Von der Formgebung her war die Aufgabe schwierig, weil es nicht allein um den jetzt fertiggestellten Baukörper ging, sondern um einen erheblich größeren Baukomplex. Was bis jetzt realisiert wurde, ist nur ein Segment, das aber auf keinen Fall als ein Fragment wirken sollte. Deswegen habe ich das Ganze so konzipiert, daß das Gebäude nach jedem Bauabschnitt eine für sich stehende Gesamtgestalt ergibt, aber eben dennoch prinzipiell erweiterbar ist. Ohne die Perspektive der Erweiterbarkeit wäre sicherlich ein ganz anderer Bau entstanden. Bei der Entwicklung des gesamten Baukörpers habe ich zunächst einmal an seine Physiognomie gedacht. Angefangen habe ich mit dem Entwurf von Seitenrissen, wobei sich nach und nach aus etwa zwanzig Möglichkeiten zunächst fünf oder sechs bevorzugte Varianten und schließlich die endgültige Form herauskristallisiert haben. Für die Entscheidung war ausschlaggebend, daß diese Form für mich die beste Synthese von Segmenthaftigkeit einerseits und abgeschlossener Gestalthaftigkeit andererseits darstellte.

Den Bau überhaupt zu machen, das hat mich natürlich wegen der Kunsthalle gereizt. Von den Ausmaßen und von der Proportion her war dort der Spielraum gegeben, wirklich Proportionen entwickeln zu können: nicht nur im Sinne einer äußeren Form, sondern vor allem als innere Stimmigkeit, als eine aus dem Verhältnis von Raum und Licht sich ergebende, für die Präsentation von Kunst optimale Proportionierung. Als Grundvorstellung hat mir vor Augen gestanden, daß die Kunsthalle sozusagen der Kopf des Ganzen sei. Die Gestaltung der Verwaltungs- und Produktionsräume hatte sich dagegen nach den Notwendigkeiten zu richten, so daß es dort um saubere Arbeit, aber nicht um große architektonische Ambitionen gehen konnte; zumal am Ende noch der verspätete Wunsch des Bauherrn dazukam, über den Verlagsräumen eine Wohnung einzurichten, die ein bißchen hineingequetscht werden mußte. Diesen einzigen improvisierten Teil hoffe ich im weiteren Bauverlauf wieder herausnehmen zu können.

Aufgrund des ersten Eindrucks von dem Baukomplex mag sich mancher an die monumentale, der Erhabenheit verpflichtete Ästhetik erinnert fühlen, wie wir sie etwa von G. Merz oder von Kirkeby kennen. Gibt es solche oder andere künstlerische Einflüsse? Und wie sieht es eigentlich mit Beeinflussungen aus dem architektonischen Bereich aus?

Natürlich hat mich die Museumsarchitektur der vergangenen Jahre nicht unberührt gelassen; allerdings nur in dem negativen Sinn, daß ich mich von diesen Beispielen unbedingt absetzen wollte. Man kann an alles Mögliche denken. Strenge Rechtwinkeligkeit reicht ja auch schon aus, damit manchen das Bauhaus einfällt. Aber all dies ist nicht gemeint und es werden keine Zitate benutzt. Ich habe auf keinen anderen Künstler oder auch Architekten Bezug genommen. Entscheidend für die Gestalt des Baues sind primär die Erkenntnisse aus meiner eigenen künstlerischen Arbeit.

Die Problematik der besonders im letzten Jahrzehnt errichteten neuen Museumsbauten ist Dir als Künstler, der dort ausstellt, ja besonders bewußt. Im Zeichen des Postmodernismus ist zumeist eine Architektur entstanden, von der teilweise programmatisch die ästhetische Überformung der ausgestellten Kunst betrieben wird. Wie bist Du mit Deiner Doppelrolle umgegangen, einerseits natürlich auch architektonisch ambitioniert zu sein, darüber hinaus jedoch gleichermaßen aus der Perspektive des ausstellenden Künstlers zu handeln, dem im Zweifelsfall die dienende Funktion der Architektur wichtiger ist als deren autonome, vielleicht sogar künstlerische Form?

Ich habe versucht, eine Balance zwischen beiden Ansprüchen zu schaffen, so daß weder die Architektur die Kunst dominiert, noch diese sich die Architektur unterwirft. Ich hoffe, mir ist dies gelungen, ohne daß der Bau indifferent und langweilig geworden ist, sondern trotzdem ein unverwechselbares Gesicht hat. Bei aller Eigenwertigkeit des Architektonischen habe ich im Hinblick auf die Kunsthalle vor allem Wert darauf gelegt, daß der Bau Ruhe ausstrahlt. Dabei war mir wichtig, daß die innere Ruhe auch schon äußerlich sichtbar ist, wenn man sich dem Baukörper nähert und ihm schließlich gegenübersteht. Die Ruhe soll sich aus einem Dialog zwischen Innen und Außen ergeben. Wenn immer ich mich innen befinde, erinnere ich auch die Außengestalt. Darum habe ich auf alles, was unruhig wirkt, was ablenkt, was auf gewollte Weise Aufmerksamkeit fordert, bewußt verzichtet und mich aller architektonischen Gags enthalten. Wir können ja gerade wieder am Frankfurter Museum für moderne Kunst von Hollein erleben, wie katastrophal es ist, wenn Architektur und Kunst in einem ständigen Kampf liegen. Das bedeutet nicht unbedingt, daß die Architektur als solche katastrophal ist, sondern bezieht sich nur auf ihren Gebrauch.

Ich bin von der dienenden Funktion der Architektur ausgegangen und habe versucht, daraus ihre Eigenheit zu entwickeln, so daß eben nicht eine neutrale Schuhschachtel entsteht, die für alles und nichts geeignet ist. Dabei war für mich hilfreich, daß ich bei der Entwurfsarbeit ständig an bestimmte Kunst gedacht habe, für die die Räume funktionieren müßte. Ich hatte nicht nur Gegenwartskunst im Sinn, sondern eigentlich das gesamte Spektrum der Kunstgeschichte. Auch eine griechische Skulptur müßte sich in den Räumen wohlfühlen können. Wie man sehen wird, habe ich der gewünschten Zeitlosigkeit bis ins Detail Rechnung getragen und etwa auch die gesamten Materialien so gewählt, daß sie keinen aufdringlichen Eigenwert haben.

Das dennoch architektonisch Besondere dieses Baus entsteht eigentlich aus dem Wechselspiel von Geschlossenheit und Offenheit. Ich habe stark mit Lichtführungen gearbeitet, von denen die Kunsthalle gegliedert wird. Nicht nur Höhe, Breite und Tiefe bestimmen die Räumlichkeit, sondern auch das Hell und Dunkel schafft Proportionen und eine je unterschiedliche Atmosphäre. Ich bin nicht davon ausgegangen, daß Kunst total ausgeleuchtet sein muß, sondern glaube, daß sie durch Lichtunterschiede lebendiger wird. Auch insofern will ich meinen Bau als produktive Kritik an der üblichen architektonischen Präsentation von Kunst und damit als einen Beitrag zur gegenwärtigen Architekturdiskussion verstanden wissen.

Ein Kennzeichen repräsentativer zeitgenössischer Architektur ist ihre Internationalität, allerdings oft um den Preis einer gewissen Uniformität bzw. Beliebigkeit: Viele Gebäude könnten an jedem Platz der Welt stehen und scheinen nicht spezifisch für ihren jeweiligen Standort entworfen zu sein. Gibt es ein besonderes Verhältnis Deines Baus zu seiner gebauten oder natürlichen Umgebung und hast Du darüber hinaus irgendwelche regionalen Aspekte im weitesten Sinn berücksichtigt?

Natürlich habe ich mich erkundigt, was es hier für Baumaterialien gibt, wie die klimatischen Verhältnisse sind, mit welcher Bodenbeschaffenheit wir es zu tun haben. Und erst recht habe ich mich um die Lage des Gebäudes auf dem Grundstück gekümmert; um die von den Himmelsrichtungen abhängigen Lichtverhältnisse, um die Anbindung an die Straße und um die Plazierung der in der Nachbarschaft geplanten Gebäude. Aber ich habe in keiner Weise auf die in der Umgebung bereits bestehenden Gebäude reagiert. Ganz im Gegenteil isoliert sich der Bau von ihnen durch seine Wucht, welche er durch die Proportionen, nicht durch seine absolute Größe bekommt, die wohl von manchen anderen Bauten dort übertroffen wird.

Auf regionale Besonderheiten im Sinne bestimmter stilistischer oder anderer Vorlieben konnte und wollte ich bei diesem von überregionalen Ansprüchen und Ambitionen getragenen Projekt ganz bewußt nicht eingehen. Aber ohne dies im einzelnen genau bestimmen zu können, bin ich sicher, daß sich die landschaftliche Lage des Baues auf seine Gestalt ausgewirkt hat. Ich habe mich vor dem Entwurf zwei Tage an dem künftigen Bauplatz aufgehalten und die Situation intensiv aufgenommen. Die ersten Vorstellungen von dem Bau haben sich immer vor dem Hintergrund meines Landschaftseindrucks gebildet. In einer sehr flachen Umgebung oder aber direkt in den Bergen hätten sich deutlich andere Formvorstellungen eingestellt. Ohne diese landschaftliche Gegebenheit hätte ich jedenfalls ganz sicher nicht mit den sehr markanten Fenstern, besser: Wandeinschnitten gearbeitet, die immer wieder einen Blick nach draußen öffnen. Wäre der nicht reizvoll, hätte ich der Kunsthalle geschlossene Wandflächen gegeben.

Wenn ich mir die Konzeption des Baus und das, was bisher davon realisiert worden ist, anschaue, vermittelt das einen recht klassischen Eindruck. Die Räume scheinen mir insbesondere für traditionelle Tafelbilder und Sockelplastiken geeignet. Hast Du beim Entwurf der Kunsthalle eigentlich auch an Deine eigenen Arbeiten gedacht und wie sie dort adäquat zu zeigen wären? Ich erinnere mich, daß - nicht zuletzt provoziert durch Deine Arbeit und Deine Idee der Objektbenutzung - um 1970 herum sehr kritisch die bisherige Funktion des Museums wegen seiner Fixierung auf die herkömmlichen Präsentationsweisen von Kunst kritisch diskutiert worden ist. Kurz gesagt, bestand die auch von Dir geteilte Kritik darin, daß die Ausstellungsinstitutionen nach wie vor als die prädestinierten Orte angesehen werden, an denen sich Kunst wirklich und ausschließlich ereignen kann. Du behauptest mit Deinem Kunstentwurf im Grunde das Gegenteil, und auch solche zeitgenössischen künstlerischen Arbeiten, die in den sogenannten angewandten Bereich hinüberspielen und von der Idee des alltäglichen Gebrauchs ausgehen, bedürfen ganz anderer Formen institutioneller Vermittlung als bisher.

Ist also nicht die von Dir entworfene Kunsthalle sehr museal und einseitig für einen Typus von Kunst gemacht, der hinter Deiner eigenen Arbeit und erst recht hinter künftigen künstlerischen Hervorbringungen zurückbleibt?

In gewisser Weise stimmt das, aber es drückt genau den Standpunkt aus, den ich heute auf Kunst hin habe. Ich bin ziemlich sicher, daß das Ganze Ende der sechziger Jahre völlig anders ausgesehen hätte, falls ich damals eine solche architektonische Aufgabe überhaupt übernommen hätte; wahrscheinlich nicht, denn mir war damals im Prinzip jeder Raum gleich recht, obwohl es natürlich tatsächlich geeignetere und weniger geeignetere gab. Jedenfalls hätte ich aus der damaligen Kampfsituation heraus in jedem Fall einen neutralen, nicht mit tradierten Kunstvorstellungen belasteten Raum dem Museumsraum vorgezogen. Aber diese Problematik existiert heute für mich nicht mehr. Ich habe mich allerdings in dem Sinne um eine gewisse Neutralität der Räumlichkeit bemüht, daß dort jede Aktivität, die ich mir überhaupt im Zusammenhang mit Kunst vorstelle, ihren Platz finden kann: Von der Performance über völlig offene Installationen, Konzerte, Lesungen bis eben hin zu den eher tradierten Kunstformen.

Im Unterschied zu den meisten postmodernen Architekten hast Du bei dem Entwurf von Deinen eigenen künstlerischen Vorstellungen eher abgesehen. Nur an einer Stelle gibt es einen direkten Verweis auf Deine Arbeit, wo Du gleichsam ornamental eine Standstelle, die aus einer halben in Messingblech ausgeführten Säule besteht, in die Fassade integriert hast. Gerade wegen Deiner Zurückhaltung ist es um so interessanter zu erfahren, wie Du die Kunsthalle im Idealfall für Deine eigenen Arbeiten konzipiert hättest.

Den Baukörper als solchen hätte ich bei der gegebenen Notwendigkeit mehrerer Abschnitte, wodurch meine Standstelle versetzt werden wird, sicherlich nicht verändert. Aber der eigentliche Ausstellungsraum wäre schon anders geworden. Ich hätte dann gern auf die Säulen verzichtet und vor allem den jetzt eher quadratisch ruhigen Raum wesentlich schlanker gemacht und ihm eine andere Höhe gegeben. Infolgedessen hätte sich natürlich auch die Lichtführung verändert, die sicher weniger abwechslungsreich geworden wäre. Aber abgesehen davon, würde ich idealerweise nicht nur an einen einzigen Ausstellungsraum denken, sondern mir für meine sehr verschiedenen Werkkomplexe Einzelräume wünschen. Diese würde ich in einer Weise aufeinander beziehen, daß sich ein sehr präziser Dialog zwischen den Arbeiten ergäbe. Also, wenn ich schon träumen soll, dann wäre das Richtige ein eigenes Museum, worüber ich immer wieder gerne nachdenke und schon weitreichende Pläne entwickelt habe. Vielleicht ergibt sich ja einmal die Möglichkeit...

Für die meisten neueren Museumsbauten ist es kennzeichnend, daß sie sehr offen mit ineinanderfließenden Räumen als Erlebnislandschaften gebaut sind. Dort, wo die Aufhebung der Raumgrenzen extrem wird, spricht man in der Architektur auch vom Dekonstruktivismus. Ihm liegt im Anschluß an F. L. Wright die Idee der Dekonstruktion der Schachtel zugrunde, wie wir sie etwa im Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe meisterhaft realisiert finden. Wenn Architektur systemtheoretisch als Einheit der Einheit und Differenz von Außen und Innen begriffen werden kann, dann haben wir es bei tendenziell dekonstruktiver Architektur nicht mehr mit einer Einschachtelung des Innen zu tun, sondern eher mit einer Art Einfriedung. Durch den Angriff auf die Ecken beginnen sich die Wände voneinander zu lösen, und eine nie gekannte Durchdringung von Innen- und Außenraum ergibt sich. Die elementare architektonische Funktion der Abschirmung wird auf eine andere, im wahrsten Sinne des Wortes, weniger ausschließliche Weise erfüllt. Dein Bau setzt sich gegen alles Dekonstruktive entschieden ab und ist vielmehr eine monumentale Schachtel, die auf möglichst weitgehende Abschirmung geradezu angelegt zu sein scheint. Willst Du dadurch die von Dir für nötig gehaltene Ruhe für die Kunst schaffen?

Für mich stand von vornherein fest, daß ich einen massiven Baukörper machen wollte. Sofern es sich um Wohn- oder Arbeitssituationen handelt, habe ich zwar überhaupt nichts gegen offene Bauweisen in Stahl- oder Glaskonstruktionen. Aber für jedweden Ausstellungsraum von Kunst funktioniert eine leichte, schwebende, flüchtige Architektur nicht. So faszinierend sie an sich auch sein mag, ist sie doch mit der Kunstrezeption, wie ich sie für notwendig halte, unvereinbar. Dafür bedarf es nicht nur der Ruhe und Konzentration, also in der Tat einer Art Abschirmung, sondern vor allen Dingen auch der Erinnerbarkeit. Für mich ist Kunst ohne den Anspruch der Dauer undenkbar, und deshalb brauche ich eine Architektur des Erinnerungsraumes und nicht der momentanen Eindrücklichkeit. Selbst eine flüchtige, gestische, improvisierte Kunst wie das Informel kommt nicht ohne den festen Raum, ohne eine räumliche Umfassung aus, die das Dauern der Kunst ermöglicht. Ohne die Vergegenwärtigung der geschichtlichen Herkunft künstlerischer Formen und Begriffe kann ich Kunst gar nicht angemessen wahrnehmen. Nur aus dem geschichtlichen Zusammenhang heraus bekommt sie eine Dimension, die im spontanen momentanen Erlebnis nicht zu fassen ist. Selbst mir geht es so, daß die Werke in erlebnismäßig aufgedonnerten Räumen als Zeugnisse der Geschichte gar nicht mehr erkennbar sind. Wie wird es da erst einem Laien ergehen?

Daß es bei der Konkurrenz zwischen ambitionierter Architektur und den Ansprüchen der Kunst nicht um ein oberflächlich formales, sondern eigentlich um ein strukturelles Problem geht, ist deutlich geworden. Allerdings würde man ja eigentlich erwarten, daß dem modernen offenen Kunstwerk am ehesten auch eine offene Raumorganisation entspricht, wie sie die Erlebnislandschaften postmoderner Architektur - allerdings um den Preis der Zerstreuung - bieten. Für das Publikum scheint jedenfalls Kunst auf diese Weise genießbarer zu werden.

Über den Erfolg beim Publikum brauchen wir nicht zu sprechen, er ist Fakt. Ob es der Bau von Stirling in Stuttgart oder der Hollein-Bau in Frankfurt oder das Centre Pompidou in Paris ist, in jedem Fall handelt es sich um enorme Anziehungspunkte mit bis jetzt sensationellen Besucherzahlen. Ob sie allerdings zu einem größeren Kunstinteresse führen, ist die große Frage. Es gibt Erhebungen, daß ein Großteil der Besucher um der Architektur willen dorthin geht. Das mag für die Architektur als solche sprechen, aber eben nicht für ihre Geeignetheit zur Kunstpräsentation. Trotz des Erfolges bin ich davon überzeugt, daß das offene Kunstwerk in einer offenen Architektur eine Tautologie ergibt und nichtssagend wird.


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