Jelka Plate, Malte Willms

Die Mission

Künstlerische Maßnahmen gegen die Kälte!

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Vier Jahre nach den Kriminellen Joghurtbechern

Unser gemeinsames Diplom Kunst als gesellschaftspolitische Intervention in der Mission legten wir im Jahre 2000 mündlich bei Prof. Lingner im Raum K23 ab. Wir entschieden uns für die direkte Diskussion mit den Professoren, weil wir davon ausgingen, unsere mehrjährige und stark prozessorientierte Arbeit in der Mission auf diese Weise besser vermitteln zu können. Wir füllten den sonst eher kargen Raum K23 mit Second Hand Möbeln, Pflanzen und anderen Accessoires aus der Mission, richteten dort ein Archiv aus Dias, Videos, Texten und Büchern ein und erläuterten unsere Arbeit anhand dieser Materialien. Die Professorenschaft reagierte auf unsere Arbeit sehr unterschiedlich, es gab Kommentare wie: „Das haben wir doch damals alles schon probiert und das hat zu nix geführt“ bis zu späteren Sympathiebekundungen nach der Prüfung. Die Diskussion wurde nach ca. 45 Minuten um die Mittagszeit herum mit dem Kommentar abgebrochen, man habe jetzt verstanden und wolle weiter.

Wichtiger als die Prüfungssituation selbst war uns ohnehin die Veranstaltungsreihe Kriminelle Joghurtbecher und die Kultur der inneren Sicherheit, mit der wir eine größere Öffentlichkeit für die Arbeit in der Mission erreichten und das gesamte Themenspektrum aufreissen konnten, das sich an unsere Praxis und die dabei entstandenen Zusammenhänge anlehnte. Die Veranstaltungen umfassten Vorträge, Filmabende, Diskussionen und eine Party für und mit Missionisten während der Jahresausstellung in der Hfbk.

Vier Jahre nach den Kriminellen Joghurtbechern gliedern wir unsere Diplomarbeit in Form unseres Textes Die Mission / Man kann nicht 1 Jahr Hysterie leben aus dem Buch bignes? Kritik der unternehmerischen Stadt [Jochen Becker (Hg.) - b_books Berlin 2001 - 280 Seiten – z.Zt. vergriffen] dem Archivsystem ask23 ein. Der Text - eine Parallelmontage aus Prozeßbeschreibung und Auszügen aus Gesprächen mit Beteiligten – ist so, wie wir uns eine schriftliche Diplomarbeit vorstellen hätten können. Diesen Text ergänzen wir mit einer Materialsammlung bestehend aus Einladungsflyer, Programm, Photos und Presseartikeln der Kriminellen Joghurtbecher.

Zum aktuellen Stand: Die Mission, ein Projekt in Selbstorganisation von Wohnungs- und Arbeitslosen, auf das sich diese Diplomarbeit bezieht, ist trotz mehrjähriger erfolgreicher Arbeit in seiner Existenz bedroht. Die Hamburger Kulturbehörde fühlt sich nicht mehr an die einmal gemachte Zusage zur anteiligen Übernahme von Mietkosten gebunden. Die zur Finanzierung notwendigen Einnahmen aus Konzerten und kulturellen Veranstaltungen entfallen seit geraumer Zeit aufgrund von Beschwerden über Lärmbelästigung. Der laufende Betrieb wird derzeit nur durch eine Überbrückungsfinanzierung des Hamburger Spenden-parlaments ermöglicht. Da der Vorstand, der wie das gesamte Team aus Wohnungs- und Arbeitslosen besteht, finanziell persönlich für das Projekt haftet, wäre dieser ohne behördliche Garantien mittelfristig dazu gezwungen die Räume zu kündigen und aufzugeben.

Die Mission. Künstlerische Maßnahmen gegen die Kälte e.V. - Kaiser-Wilhelm-Str. 81 - 20355 HH Tel: (040) 28 05 14 62 - Fax: (040) 35 71 62 98 Gefördert von der Sozialbehörde und (derzei nicht) der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Hamburger Spendenparlament.

Kontakt & Programm: dieMission KunstUndSuppe (at) gmx.de

Jelka Plate / Malte Willms

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