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Ergebnisse für Sinne
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  1. 100%

    ... Wechselseitigkeit und Allgemeinheit der Gründe. Dieser Ansatz moralischer Legitimität sieht in der Autonomie des Menschen jene Instanz, vor der allgemeine Normen und Rechte gerechtfertigt werden müssen. In diesem Sinne können nur die Betroffenen selbst ihre Interessen formulieren und vertreten, vorausgesetzt ihnen wird die Möglichkeit dazu gegeben.6 Beim Rechtfertigungsprinzip nach Kant ist zu bedenken, dass moralische Normen ... sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen."20 Der Ausdruck ‚Universalität der Menschenrechte’ trifft keine Aussage über die tatsächliche Gültigkeit der Menschenrechte, sondern bezeichnet einen Geltungsanspruch mit doppeltem Sinn. Der universelle Geltungsanspruch der Menschenrechte bringt zum einen die Forderung zum Ausdruck, dass es weltweit allgemein gültige und allgemein verbindliche Standards der Menschenrechte gibt beziehungsweise geben muss. Jeder ... an der Universalität der Menschenrechte muss keinen Absolutheitsanspruch an die Universalität und die universelle Gültigkeit beinhalten. Dies wäre auch für die menschenrechtliche Durchsetzung eher von Nachteil. In diesem Sinne kann die Gültigkeit der Prinzipien und Normen eines universellen Konzeptes in kontingenter Wechselwirkung zu empirischen Faktoren gedacht werden. Die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte, für die in dieser Arbeit argumentiert ... Einwurf ist der, dass konsequent relativierte Moral äußerst individuell ist und damit das moralische Bezugssystem einer Gemeinschaft verloren geht. Moralische Urteile wie „gut“ oder „richtig“ verlieren ihren intersubjektiven Sinn, wenn sie nur noch die Bedeutung „gut für Person A“ haben.25 In den philosophischen Disziplinen gibt es verschiedene Relativismusformen wie den erkenntnistheoretischen oder ethischen Relativismus. Der ethische ... der ethische Relativismus von Gegnern als unmoralisch oder politisch inkorrekt angesehen, weil mit ihm die universelle Geltung der Menschenrechte angezweifelt werden soll. Der Begriff Partikularismus, der oft im Sinne des verwandten (ethischen) Relativismus Verwendung findet, erfasst sowohl Kontextgebundenheit als auch historische, kulturelle und politische Gründe, die im Kontrast zur Universalität der Menschenrechte stehen. Die Kontroversen um ... >>

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    ... denkbar. Aber allein aus dieser Vorgeschichte verstehbar ist die Avantgarde keineswegs, weil sie doch eigentlich erst da beginnt, wo die Kunst am Anfang des 19. Jahrhunderts im christlichen Sinne religiös zu sein aufhört - und romantisch wird. Geistesgeschichtlich betrachtet ist die Romantik eine vielfach in sich gebrochene Reaktion (4) auf die das 18. Jahrhundert prägende Philosophie des Rationalismus ... angeborene Gemütslage ..., durch welche die Natur der Kunst die Regel gibt." (39) Dagegen denkt Schelling in seinem 1800 erschienenen "System des transzendentalen Idealismus" die Kunst ganz im romantischen Sinn nicht mehr als etwas durch die Natur Bestimmtes, obgleich er am Geniebegriff festhält. ,Genie' wird von ihm jedoch als die Fähigkeit begriffen, dasjenige, "was insgeheim Kunst genannt wird ... nur noch rein reflexhaftes Reagieren. Um sich trotz solcher gesellschaftlichen Zementierung des dualistischen Bewußtseins behaupten zu können, hat die Kunst seit der Romantik auch noch in einem anderen Sinn, als daß sie selbst denkt, aufklärerisch zu sein. Will sie nicht hinter die romantischen Positionen zurückfallen, kann sie nicht anders, als immer wieder durch ihre Praxis zu zeigen ... auf diesen bislang allein in der Kunst entfalteten Typus von Erfahrung und losgelöst von dem der antiken Tradition entstammenden, einseitig sinnlichen Bedeutungsspektrum, bekommt der Begriff ,ästhetisch' einen zeitgemäßen Sinn - und eine neue Notwendigkeit. Denn welcher Begriff wäre schließlich geeigneter für die seit der Romantik sich immer stärker ausdifferenzierende Kunsterfahrung, die nicht nur graduell, sondern sehr prinzipiell sich ... seltener, ihrer rationalen Seite immer wieder unternommen werden, verkennen insofern das Wesen dieser ästhetischen Erfahrung, statt es in seiner Eigenheit weiterzuentwickeln. Es macht das Wesen der im romantischen Sinne ästhetischen Erfahrung aus, daß sie in völliger Unabhängigkeit von außerkünstlerischen rationalen Zwecken und unmittelbaren sinnlichen Reizen gemacht werden muß. Da es faktisch eine diesem Anspruch absolut genügende, ... >>

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    ... gilt es, sich zuerst den Struktureigentümlichkeiten der künstlerischen Praxis selbst zuzuwenden und zu fragen, inwieweit in ihr wesentliche Hinderungsgründe dafür liegen, daß sie bisher sich eben nicht im Sinne jener Gleichheitsansprüche der gesellschaftlichen Praxis anzuverwandeln vermochte. Aber nicht nur für die Kunstpraxis, sondern auch in der Kunsttheorie ist die Bestimmung des Verhältnisses von Kunst und Gesellschaft zentrales ... haben ebensowenig wie die kunstpraktischen die bisherigen kunsttheoretischen Formulierungen überzeugend zu einer gelingenden Vermittlung von Kunst und Gesellschaft beitragen können, da ihnen - einerlei ob in affirmativem oder kritischem Sinn - entweder eine soziologistische Überidentifikation der Kunst mit der Gesellschaft oder aber ein Ästhetizismus absoluter Gesellschaftsferne als Vormeinung zugrundeliegt. Ein wissenschaftlichen Ansprüchen genügender Theorieansatz hätte dagegen zuerst diese ,,Vormeinungen ... immer unbedeutender. Denn nachdem die Kunst nicht mehr an der Gewißheit einer göttlichen Sinnordnung bzw. an der Autorität eines herrschaftlichen Ordnungssinns 'unaufgeklärt' partizipieren und als 'Amt' (officium) deren Sinn vermitteln konnte, entzog sie sich in der absoluten Malerei am Anfang des 20. Jahrhunderts um der vollkommenen Autonomie willen sogar jeder inhaltlich-gegenständlichen Sinndeutung, so daß ihr in der Gegenwart - sofern sie denn überhaupt noch einem kunstübergreifenden Lebenssinn nachhängt - beschieden ist, Sinn nurmehr im Ausdruck der Sinnverneinung zu verheißen. (46) Dem ganz offenkundigen Sinnbedürfnis der von einer ,,umfassenden Sinnkrise" 11) betroffenen industriellen Gesellschaften vermag die Kunst daher jedenfalls nicht zu genügen, solange sie befangen in ihrer bisherigen Tradition sich zum Sinnproblem gewissermaßen naiv verhält, indem sie sogar dort, wo sie Sinn nicht mehr vermitteln oder deuten, sondern nurmehr verneinen kann, letztlich noch immer ausgeht von der normativen Vorgegebenheit von Sinn überhaupt. Sinn kann aber im Horizont des Nihilismus ... >>

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    ... exemplarisch belegt: "Die Musik reinigt die Leidenschaften gleichsam von dem materiellen, ihnen anhängenden Schmutz, indem sie selbige ohne Bezug auf Gegenstände bloß nach ihrer Form in unserem inneren Sinn darstellt" (W. Schlegel); (16) denn "der Musiker nimmt das Wesen seiner Kunst ganz aus sich. Auch nicht der leiseste Verdacht von Nachahmung kann ihn treffen" (Novalis). (17) - "Ein ... selbst zu stellen und sie aufs möglichste zu isolieren wisse". (22) In der Einleitung zu der 1798 erstmals von ihm herausgegebenen kunstwissenschaftlichen Zeitschrift "Propyläen" formuliert Goethe damit im Sinne der Neuwerdung antiker Kunst einen seiner Grundgedanken, denen er mit der jährlich für bildende Künstler ausgeschriebenen "Weimarer Preisaufgabe" zugleich Gestaltung im Praktischen verschaffen will. Welche Bedeutung solche vom ... erschienene Roman "Franz Sternbalds Wanderungen", formuliert ebenso wie das von den Gebrüdern Schlegel im selben Jahr erstmals herausgegebene "Athenaeum" wesentliche romantische Ideen und prägt unverkennbar Runges im romantischen Sinn erweiterte Anschauung von der Landschaft, welche sich als Schlüssel zu seiner Abkehr vom Klassizismus erwiesen hat. "Ich will nicht Bäume und Berge abschreiben, sondern mein Gemüt, meine Stimmung ... als er mit dieser trefflichen Formulierung seines eigenen Landschaftsverständnisses die Perspektive für das Gelingen der romantischen Wende eröffnet. Denn durch die Überformung mit Empfindungen der Landschaft Bedeutung und Sinn zu geben, darin entdeckt Runge die Möglichkeit eines totalen Neuanfangs für die Kunst wie für sich als Künstler: "Es hat noch keinen Landschafter gegeben, der eigentliche Bedeutung in ... der neuen Kunst verdeutlicht, wie grundlegend die theoretisch formulierten Maximen Runges künstlerische Praxis modifiziert haben. Die ersten Fassungen des Amorbildes sind aus der Absicht entstanden, ein im klassizistischen Sinne als "Vorlage" aufgefaßtes literarisches Thema illustrierend zu gestalten. Dagegen verdankt sich die zweite, die Dresdner Fassung von 1801/02, einer durch die innere Natur erweckten Empfindung der ... >>

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    ... dem Image gegebene subjektive Wirklichkeit des Gegenstandes entsteht so durch eine Synthese aus Bestimmungen des Gegenstandes und aus Bestimmungen des Wahrnehmenden, in die der Gegenstand durch Affizierung der Sinne den Inhalt, und das Wahrnehmende Subjekt durch die Projektion seiner Erfahrungen als Erinnerungen die Form einbringt. Bei der vorangegangenen Darstellung der Wirklichkeitskonstitution als Imagebildung blieb unentscheidbar, ob die ... verliert er dann, wenn er vom Augenblick der Wahrnehmung durch ein Subjekt fortan auch außer sich, in den gereizten Sinnesorganen zu existieren beginnt. (L) Durch diese Affizierung der Sinne ist der Gegenstand dem Wahrnehmenden in Empfindungen gegeben, die "nach dem Prinzip der bedingt-reflektorischen Nerventätigkeit" (13) nur einzelne Eigenschaften des Gegenstandes, die unmittelbar auf die Sinnesorgane wirken ... der Perzeption formlos, nämlich ohne eine Verbindung zwischen seinen Elementen, den vereinzelten Empfindungen. Soll der Inhalt dem Wahrnehmenden nun aber nicht nur als bloßes Ergebnis der Affizierung der Sinne Sinneninhalt bleiben, sondern zu einem Bewußtseinsinhalt werden, derart daß bestimmte Elemente des Sinneninhaltes über die Schwelle des Bewußtseins gehoben werden, so bedarf er nun, auf der sog. Wahrnehmungsstufe ... die Frage nach der Verfügbarkeit bzw. Wählbarkeit der Erfahrungen, und damit die Frage nach einer der Freiheit des Willens gehorchenden Wirklichkeitskonstitution nicht mehr. Sie ist hier im wahrsten Sinne des Wortes gegenstandslos geworden, weil der Gegenstand dem Wahrnehmenden erst durch Empfindungen in einer realen Existenzform erscheint, einer bewußten Verbindung zur Empfindung, aber ein in Empfindungen realer Gegenstand ... Anthropologikum, und erzwingt durch die besondere materiale Organisation ihrer Produkte einen Unterschied zwischen der perzeptiven Wirklichkeitskonstitution der Werbegegenstände und der, denen alle übrigen Gegenstände - Gebrauchsgegenstände (V) im weitesten Sinne - unterliegen. Die drei wesentlichen Unterscheidungsmerkmale wollen wir uns in diesem Zusammenhang durch eine verweisende Zusammenfassung noch einmal vergegenwärtigen: 1. Die Wirklichkeit eines von der Werbeindustrie betreuten Gegenstandes ... >>

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    ... Runge künstlerisch-praktisch durch die Musikalisierung der Malerei zu bewältigen (vgl. Der Ursprung des Gesamtkunstwerkes ... S. 52 ff.). Mit diesem Versuch hat er nicht nur in einem generellen Sinn die «absolute Malerei» des 20. Jahrhunderts vorbereitet, sondern auch mit der Tendenz zur Verzeitlichung und Entmaterialisierung bildender Kunst (1) den wohl wichtigsten Aspekt gegenwärtiger Kunstproduktion und -rezeption ganz ... wie es F. SCHLEGEL für die Musik als «philosophische Sprache des Gefühls» (6) fordert. Über solche formalen, aber an Ideen reichen Operationen findet er zur höchsten Potenzierung des Sinnes - sein Bruder Daniel erkennt fünf prinzipiell zu unterscheidende Sinnschichten in den Zeiten (7) - die vollendete Form: «Du siehst wohl, daß, indem ich nur so leichte Decoration machen wollte ... deutlicher ausgesprochen werden, was er immer mit der neuen Kunst gemeynt habe», und ist ganz überwältigt, «wie nicht nur eine Idee ausgesprochen, sondern der Zusammenhang der Mathematik (im Sinne des Mystikers Jakob Böhme), Musik und Farben hier sichtbar in großen Blumen, Figuren und Linien hingeschrieben stehe» (9). Ihre Bedeutung als Hauptwerk Runges gewinnen die Vier Zeiten aber ... Farben ...» (12). - Mit einer derart physiologisch-organischen Vereinigung der Künste zielt Runge auf eine wissenschaftlich fundierte (13) und innere, rezeptiv-imaginäre Verknüpfung verwandter Sinnessphären, wie sie NOVALIS («Alle Sinne sind am Ende Ein Sinn. Ein Sinn führt wie Eine Welt allmählich zu allen Welten») (14) programmatisch formuliert hat. Denn auch ein verschiedene Künste in sich vereinigendes Werk soll den Rezipienten allein ... >>

  7. 76%

    ... selbst zu stellen und sie aufs möglichste zu isolieren wisse' (16). In der Einleitung zu der 1798 erstmals von ihm herausgegebenen kunstwissenschaftlichen Zeitschrift 'Propyläen' formuliert Goethe damit im Sinne der Neuwerdung antiker Kunst einen seiner Grundgedanken, denen er mit der jährlich für bildende Künstler ausgeschriebenen 'Weimarer Preisaufgabe' zugleich Geltung im Praktischen verschaffen will. Welche Bedeutung solche vom ... Roman 'Franz Sternbald's Wanderungen', der ebenso wie das von den Gebrüdern Schlegel im selben Jahr erstmals herausgegebene 'Athenaeum' wesentliche romantische Ideen programmatisch formuliert, hat Runges im romantischen Sinn erweiterte Anschauung von der Landschaft, - die sich als Schlüssel zu seiner Abkehr vom Klassizismus erwiesen hat - unverkennbar geprägt. 'Ich will nicht Bäume und Berge abschreiben, sondern mein Gemüt ... als er mit dieser trefflichen Formulierung seines eigenen Landschaftsverständnisses die Perspektive für das Gelingen der romantischen Wende eröffnet. Denn durch die Überformung mit Empfindungen der Landschaft Bedeutung und Sinn zu geben, darin entdeckt Runge die Möglichkeit eines totalen Neuanfangs für die Kunst wie für sich als Künstler: 'Es hat noch keinen Landschafter gegeben, der eigentliche Bedeutung in ... verdeutlicht, wie grundlegend die theoretisch formulierten Maximen der romantischen Wende Runges künstlerische Praxis modifiziert haben. Sind die ersten Fassungen des Amorbildes aus der Absicht entstanden ein im klassizitischen Sinne als 'Vorlage' aufgefaßtes literarisches Thema illustrierend zu gestalten, so verdankt sich die zweite, die Dresdner Fassung von 1801/02 einer durch die innere Natur erweckten Empfindung der Liebe ... wie es F. Schlegel für die Musik als 'philosophische Sprache des Gefühls' (76) fordert und findet über solche formalen, aber an Ideen reichen Operationen zur höchsten Potenzierung des Sinnes - sein Bruder Daniel erkennt fünf prinzipiell zu unterscheidende Sinnschichten in den 'Zeiten' (77) - die vollendete Form: 'Du siehst wohl, daß, indem ich nur so leichte Decorationen machen ... >>

  8. 76%

    ... frönen oder auf alternative Organisationsformen hoffen mag, dann muß zuerst gefragt werden, wieweit in der Struktur der Kunstpraxis selbst wesentliche Hinderungsgründe dafür liegen, daß sie sich nicht im Sinne jener Gleichheitsansprüche der gesellschaftlichen Praxis anverwandeln konnte. Aber nicht allein für die Kunstpraxis, auch in der Kunsttheorie ist das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft zentrales Thema geworden; seitdem ... als indiskutabel gilt. Ebensowenig jedoch wie die kunstpraktischen haben bisher die kunsttheoretischen Formulierungen vermocht, überzeugend zur Vermittlung von Kunst und Gesellschaft beizutragen; einerlei ob in affirmativem oder kritischem Sinn, liegt ihnen als Vormeinung entweder eine soziologistische Überidentifikation der Kunst mit der Gesellschaft oder ein Ästhetizismus absoluter Gesellschaftsferne zugrunde. Ein an wissenschaftlichen Ansprüchen zu messender Theorieansatz hätte diese ... Kunst als Sinnpotential gesellschaftlich immer unbedeutender. Seitdem die Kunst nicht mehr "unaufgeklärt" an der Gewißheit einer göttlichen Sinnordnung bzw. an der Autorität eines herrschaftlichen Ordnungssinns teilhaben und deren Sinn vermitteln konnte, hat sie sich in der absoluten Malerei am Anfang des 20. Jahrhunderts um der vollkommenen Autonomie willen sogar jeder inhaltlich-gegenständlichen Sinndeutung entzogen, so daß ihr in der Gegenwart - sofern sie denn überhaupt noch einem kunstübergreifenden Lebenssinn nachhängt - beschieden ist, Sinn nurmehr im Ausdruck der Sinnverneinung zu verheißen. Dem ganz offenkundigen Sinnbedürfnis der von einer "umfassenden Sinnkrise" (11) betroffenen industriellen Gesellschaften vermag die Kunst jedenfalls nicht zu genügen, wenn sie, befangen in ihrer bisherigen Tradition, sich zum Sinnproblem gewissermaßen naiv verhält, indem sie selbst da, wo sie Sinn nicht mehr vermitteln oder deuten, sondern nur noch verneinen kann, immer noch glaubt, von einer normativen Vorgegebenheit von Sinn überhaupt ausgehen zu können. Doch im Horizont des ... >>

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    ... und die zum Gemeinwohl stilisierte Opportunität. Ob etwas als Kunst öffentlich wirken kann, darüber wird wie über Pudding , Schrauben oder Ferngläser verhandelt und bestimmt. Dementsprechend ist auch das Sinnen vieler Künstler weniger konzeptionell, sondern mehr spekulativ darauf gerichtet, was wohl im Marktsegment "Kunst" akzeptiert wird und wie es zu lancieren ist. Im Anti-Intellektualismus vereint, spielt auch ... verändert. Die Entwicklung ist keineswegs linear verlaufen sondern weist allemal Vorgriffe und Rückbezüge, Überschneidungen und Widersprüchlichkeiten auf. Gleichwohl ist insgesamt ein Fortschreiten zu immer größerer Autonomie erkennbar im Sinne einer immer weitgehenderen Unabhängigkeit der künstlerischen Entscheidungen von allen nichtkünstlerischen Faktoren. Dabei hat die Kunst ihre Autonomie immer gegen die Gesellschaft durchsetzen müssen. Je weniger ihre Werke den ... auch gerade die gegenwärtigen werden von der Avantgardekunst jeweils radikal in Frage gestellt, um sich von ihnen zu befreien. Dabei wird Geschichte nicht einfach negiert, sondern im dialektischen Sinne aufgehoben, nämlich bewahrt und überwunden zugleich, ohne daß dieser Entwicklungsprozeß einen Fortschritt der Kunst bedeutete. Die von sich selbst zu immer weiterer Autonomisierung verdammte Avantgardekunst flieht ihre Geschichte ... selbst liegender heteronomer Zweckbestimmungen, um fortexistieren und sich weiterentwickeln zu können. Die Frage, wie nach dem Ende des bisherigen Prozesses ästhetischer Autonomisierung die Autonomie der Kunst in dem Sinne zu wahren ist, daß die künstlerischen Entscheidungen prinzipiell weiter in finanzieller, institutioneller und ideologischer Unabhängigkeit getroffen werden können, ist eben die entscheidende Frage der Autonomie von Kunst heute ... bestehenden oder gar einer Wiedergewinnung einstiger Autonomie im klassischen Verständnis ist in jedem Fall illusionär und dient tatsächlich nur einer problemloseren wirtschaftlichen Verwertung der Kunst. Die im herkömmlichen Sinne autonomste Kunst ist nach meiner Auffassung diejenige, die sich am besten wirtschaftlich verwerten läßt und deshalb auch den größten Erfolg in der Gegenwart hat. Einige Beispiele der, ... >>

  10. 73%

    ... des Subjektivismus herkömmlicher Künstlertheorien könnte zur angemesseneren ästhetischen und wissenschaftlichen Rezeption von Kunst beitragen. Kunst - Sprache M.L.: Am Anfang unseres Vorhabens, deine Vorstellungen über Kunst im wahrsten Sinne des Wortes 'zur Sprache zu bringen', liegt es nahe, zuerst ganz grundsätzlich auf das Verhältnis von Kunst und Sprache einzugehen, weil so dem Leser am besten deutlich werden ... denken müssen, und mir vorgestellt, wie in diesem Kulturzusammenhang plötzlich ein Einzelner dasteht, der sagt: "Was die Schönheit sei, das weiß ich nicht", aber - so sagt er dem Sinn nach weiter - sie ist in der Natur und wer sie heraus kann reißen (d.h. zeichnen), der hat sie. Diese Bewußtheit Dürers, ausgedrückt in klaren, einfachen Worten, halte ... die erklärbar wäre. Das heißt, Bedeutung ist in den Arbeiten nicht mehr enthalten, sondern muß vom Betrachter erst herangetragen werden; sowohl als inhaltliche Bedeutung wie auch - im übertragenen Sinn - als historische Bedeutung. In dieser Bedeutungslosigkeit liegt der Affront gegen die Tradition und deren Sachwalter, von dem ich vorhin gesprochen habe. Für Kunsthistoriker ist das bis heute nicht ... Jahre eher Randfiguren waren. Die mich da interessierenden zwei, drei Leute, z.B. Polke, Penck und Immendorff, halte ich auch für stark konzeptuell geprägt; zwar nicht unbedingt im Sinne der Konzeptkunst, aber doch so, daß hinter den Arbeiten Überlegungen, Konzeptionen, Programme stehen, die über bloße Malereiprobleme hinausgehen. Den Versuch, auf Trends zu spekulieren und dann 'rauszukommen', gab ... künstlerische Produktionsweise nicht ausgeht, bleibt doch als Tatsache bestehen, daß inzwischen so manche Künstler der 'Neuen Wilden' sehr stark an Verkaufsinteressen orientiert sind. Nicht unbedingt in dem platten Sinn, daß sie sich vom Galeristen vorschreiben lassen, was sie zu malen haben, sondern, daß entweder kalkuliert oder unwillkürlich die Strukturen des Marktes in ihre künstlerische Tätigkeit eingehen ... >>

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