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Ergebnisse für Kunst und Wirtschaft
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    ... glücklich, oder das Denkvermögen, mit dem wir sagen können, dass wir unfrei und unglücklich sind, verschwindet.“ Aus dem Roman „Dirac“ von D. Dath Wer an das Talent der Kunst zum Transzendieren als unverzichtbare Qualität und notwendige Bedingung ihrer Möglichkeit glauben will, dem wird sie generell zum Grenzphänomen und der Künstler zum Grenzgänger. Dieser sucht, um im Niemandsland ... äußerem Zwang, ohne die er seinen Weg zur künstlerischen Selbstbestimmung nicht finden kann. Die zur Beförderung der Kunstautonomie nach dem 2. Weltkrieg in Westdeutschland grundgesetzlich fixierte „Freiheit der Kunst“ war zwar eine wünschenswerte historische Errungenschaft. Dies sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch die im Osten verfügte Parteilichkeit und staatliche Zensur der Kunst die Ausübung künstlerischer Freiheit zwar erheblich zu erschweren, aber eben auch nicht prinzipiell auszuschließen war. Die Freiheit oder Unfreiheit der Kunst ist nie einfach gleich zu setzen mit der des Künstlers, sondern immer von dessen Ethos abhängig. Wenn anlässlich der „60 Jahre. 60 Werke“ betitelten Geburtstagsausstellung der Bundesrepublik behauptet ... insofern sie „auf der staatlich garantierten künstlerischen Freiheit ihre Entfaltung fanden“(1), so ist das mehr als problematisch: Zum einen ist dadurch auf vermeintlich elegante Weise die DDR-Kunst ohne Prüfung des Einzelfalls von vornherein aus der Jubiläums-Ausstellung verbannt worden; zum anderen konnte so ohne Rücksicht auf weitere inhaltliche Kriterien, die Auswahl der Westkünstler bequem ... >>

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    Michael Lingner Gegenwartskunst nach der Postmoderne. "Heautonome Handlungskunst" - eine alternative Perspektive Dient der theoretische Diskurs nurmehr als "MUZAK" ? Es ist ein wesentliches Kennzeichen moderner Kunst und ihrer "offenen" Werke, daß sie den Betrachter zum Mitschöpfer machen. Er soll von seinen lebensweltlichen Interessen absehen und sich kontemplativ der ästhetischen Erfahrung hingeben. Im folgenden wird ... Kunstbereich fallen zunehmend unkontrolliert, unlegitimiert und unbegründet, ohne daß ihnen etwas anderes zugrundeläge als die vom Eigennutz diktierte Rentabilität und die zum Gemeinwohl stilisierte Opportunität. Ob etwas als Kunst öffentlich wirken kann, darüber wird wie über Pudding , Schrauben oder Ferngläser verhandelt und bestimmt. Dementsprechend ist auch das Sinnen vieler Künstler weniger konzeptionell, sondern mehr spekulativ darauf gerichtet, was wohl im Marktsegment "Kunst" akzeptiert wird und wie es zu lancieren ist. Im Anti-Intellektualismus vereint, spielt auch für die Agenten der Institutionen wie für die meisten Künstler ein den Namen verdienender theoretischer Diskurs keine Rolle mehr. Was sich nicht der Interpretation oder Propagierung der herrschenden Interessen und ihres primitiven Selbst-Machterhaltungstriebs unterwirft, sondern die Fortsetzbarkeit der Kunst als Problem zu denken riskiert, wird diffamiert oder bestenfalls ignoriert. Was für das harmlose Ohr noch wie einstige ästhetische Reflexion klingen mag, ist tatsächlich "MUZAK", und was sich ... spreche und meine Gedanken entwickelt habe. Es ist kennzeichnend für die Kunstwissenschaften, wie sie zumeist als akademische Disziplinen betrieben werden, daß stets von dem gleichsam natürlichen Vorhandensein der Kunst ausgegangen wird. Ästhetik, Kunsttheorie und Kunstgeschichte spezialisieren sich darauf, ein Verständnis für die bestehende Kunst zu vermitteln und etwas für ihre angemessene Rezeption zu tun. Dabei wird ... >>

  3. 91%

    Michael Lingner Krise, Kritik und Transformation des Autonomiekonzepts moderner Kunst Zwischen Kunstbetrachtung und ästhetischem Dasein Für die Entwicklung der modernen Kunst sowie für ihre Deutung und Bedeutung ist Autonomie der entscheidende Faktor. Was ursprünglich als "Autonomie der Kunst" bezeichnet worden ist, meinte ihre auf die Französische Revolution zurückgehende Befreiung von klerikaler und feudalistischer Fremdbestimmung. Die ökonomische, rechtliche und ideologische Unabhängigkeit von den kirchlichen und höfischen Auftraggebern, die den Beginn der modernen Kunstentwicklung markiert, ist dann später als "Freiheit der Kunst" in den bürgerlichen Verfassungen fixiert und verallgemeinert worden: Fortan sollte die Kunst vor allen äußeren Eingriffen und gegen jegliche Instrumentalisierbarkeit geschützt sein. Durch diese zunächst bloß formelle Freiheit war die Autonomie der Kunst zwar abstrakt ermöglicht, aber noch längst ... >>

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    ... bildet zu Recht den Abschluss dieses Symposions. Mir kommt es in der gegenwärtigen Lage vor allem darauf an, Runge zu aktualisieren und von ihm ausgehend auch für die Kunst der Gegenwart noch wichtige Wertvorstellungen und Diskussionsanstöße zu gewinnen, um die Qualität zeitgenössischer Kunstpraxis zu befördern. Diese Absicht resultiert zweifellos auch aus meiner Tätigkeit an einer Kunsthochschule. Eigentlicher ... engeren Sinn beruht auch auf dem Zweifel, ob diese über das Bekannte hinaus noch wesentliche Erkenntnisse zu erbringen vermag, jedenfalls sofern es tatsächlich um den Kern von Runges Kunst geht. Solche und andere bewertende Unterscheidungen indes überhaupt vorzunehmen, traut sich leider in einer zunehmend wertfrei betriebenen Kunstgeschichte kaum jemand noch zu. So werden allzu oft thematisch abseitig ... wahrnehmbare künstlerische Freiheit die Wesensart eines Staates repräsentieren, noch vermag umgekehrt dieser die tatsächliche Wahrnehmung künstlerischer Freiheit zu verbürgen. Die rechtlich bestehende oder eben nicht gegebene Freiheit der Kunst ist nie einfach gleich zu setzen mit der des Künstlers, sondern immer von dessen Ethos abhängig - heute unter den Bedingungen der Ökonomisierung von Kunst5 mehr denn je. Einst gehörte es zu den Wesensmerkmalen der ausdifferenzierten bürgerlichen Demokratien, dass das ökonomische, letztendlich allein auf die Maximierung der Kapitalerträge gerichtete Handeln überwiegend auf das Wirtschafts-System beschränkt blieb. Inzwischen hat sich die Praktizierung des kapitalistischen Konzepts von ökonomischer Effizienz nicht nur durch zunehmende Deregulierung radikalisiert. Vor allem hat auch in dem Sinne eine Globalisierung stattgefunden, dass vom rein wirtschaftlichen Denken nun auch alle übrigen gesellschaftlichen Teilbereiche dominiert werden. Insofern darf inzwischen auch das Kunstsystem zu Recht als ökonomisch pervertiert kritisiert werden. Denn in jedem seiner Bereiche ... >>

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    Michael Lingner Weder waren die Zeiten früher besser, noch sind die Menschen heute schlechter - nur anders. Auch das einstige Autonomieideal der Moderne und ihrer Kunst hat seine frühe Verbindlichkeit verloren. Das wäre weiter kaum dramatisch, wenn nicht die für jedes (politische oder künstlerische) Autonomiestreben unabdingbare demokratische Kultur zunehmend strukturell zerstört würde. Umso dringlicher ist die Frage, ob und wie trotz dieser übermächtig herrschenden Drift der ewige menschliche Wunsch, frei seine Wahl nach eigenem Belieben treffen zu können, sich noch durch Kunst individuell und exemplarisch verwirklichen lässt. I) Befund Als noch auf Bestellung eklektizistische Bilder von heroischen Arbeitern vor dampfenden Hochöfen zum "Ruhm des Sozialismus" gemalt wurden, wurde auf diese ... Freiheit wirken. Diese direkte Vergleichsmöglichkeit ist zwar 1989 untergegangen, aber im Rückblick ist es nicht weniger frappierend zu beobachten, wie sehr die heutigen kapitalistischen Strategien zur Instrumentalisierung der Kunst im Grunde dem einst als Feindbild dienenden realsozialistischen Kulturverständnis ähneln: Anstelle von verdienten Werktätigen bestimmen das Bild nun selbst ernannte Leistungsträger samt ihren Gattinnen, die mit kühlem Champagner und ihren Geschäftsfreunden durch minimalistische Skulpturen oder vor expressiven Bildern flanieren. Denn in der legendären "freien Welt" gilt es inzwischen als selbstverständlich oder unverzichtbar, die Kunst und ihre Institutionen zum "Wohl des Standortes" für Firmenjubiläen, Produktpräsentationen, Prominentenempfänge oder andere Werbeaktionen als Kulisse in Anspruch zu nehmen. Das totalitäre Ausmaß solcher kommerziellen Verwertung der Kunst hat nicht nur etwas ähnlich Banausisches und Erbärmliches wie deren einstige ideologische Indienstnahme für den "sozialistischen Aufbau". Vielmehr entspringen beide Bemächtigungsweisen der Kunst auch einem gleichermaßen primitiven ... >>

  6. 87%

    Brigitte Neumann: Überall spricht man von Verschlankung, Rationalisierung, Effizienzmanagement. Die Ökonomisierung scheint einen Bereich der Gesellschaft nach dem anderen zu bestimmen: Nach der Wirtschaft zuallererst Schule und Bildung dann das Gesundheitswesen, sogar den Privatbereich, man spricht ja auch von Investitionen in Erziehung oder in Beziehung. Wie sieht es denn im Bereich der Kunst aus? Michael Lingner: Die Ökonomisierung im Bereich der Kunst kennt wohl inzwischen fast jeder, weil man in allen größeren Ausstellungen den Labels von Firmen auf den Ausstellungsplakaten begegnet. Es gibt keine größere Ausstellung mehr von irgendeinem Ausstellungsinstitut ... die ursprünglich sachimmanenten künstlerischen Interessen durchmischen mit anderen Interessen, nämlich den Interessen der Geldgeber. Und es ist auch vollkommen naheliegend, was soweit durchaus in Ordnung geht, dass die Wirtschaft andere Interessen hat als der Kunstbereich. Daraus folgt die gängige Form der Ökonomisierung, die in vielen Facetten immer wieder überall auftaucht. In letzter Zeit können wir desweiteren beobachten, dass über diese indirekte wirtschaftliche Einflussnahme hinaus die wirtschaftlichen Interessen auch unmittelbar in den Kunstbereich eingreifen, indem z.B. eben Fonds aufgelegt werden wo mit Kunst ebenso spekuliert wird wie gegebenenfalls auch ... >>

  7. 86%

    ... Es ist zu einer ebenso banalen wie oft auch fatalen Tatsache geworden, dass Wirtschaftsunternehmen und -repräsentanten in zunehmender und vielfältiger Weise großen Einfluss auf das Geschehen in der Kunst nehmen. An den negativen Auswirkungen deren drohender totalen Verwirtschaftlichung besteht zwar kein Zweifel und wird immer wieder Kritik geübt. Doch wie überzeugend diese auch sein mag, so folgenlos bleibt sie faktisch. Dass die Wirtschaft sich von jeglicher Argumentation unbeeindruckt zeigt und allenfalls insoweit darauf reagiert, wie es ihr für das noch erfolgreichere Operieren im Kunstbereich nützt, ist freilich nur für etwas naive ... Was sich individualpsychologisch im Extremfall als Omnipotenz- und/oder Suchtverhalten darstellt, erscheint gesamtgesellschaftlich betrachtet in einem anderen Licht. Titel betriebswirtschaftlicher Fachlektüre wie "Clausewitz für Manager" zeigen, dass die Wirtschaft auch nach ihrem eigenen Selbstverständnis den Regeln einer immerhin zwar entmilitarisierten, aber schlimmstenfalls nicht minder existenzvernichtenden Kriegsführung gehorcht. Insofern ist es nur logisch, wenn sich das System der Wirtschaft nicht auf den möglichst profitablen Absatz seiner Produkte beschränkt, sondern zunehmend offensiv auch die Verbreitung seiner Ideologie betreibt. Nicht länger nur noch nach der Eroberung von Märkten strebend, hat sich Wirtschaft auf diese Weise inzwischen verschiedener Kernbereiche unserer Gesellschaft bemächtigt. Nach der weitgehend gelungenen Übernahme von Politik und Medien, richten sich nun die Begehrlichkeiten auch auf Wissenschaft und ... >>

  8. 83%

    Michael Lingner Die Kunst der Gesellschaft Perspektiven postautonomer künstlerischer Praxis I. 1. Für das Verständnis moderner Kunst ist es besonders aufschlußreich, ihre Entstehungsgeschichte als einen Prozess aufzufassen, in dem die Werke eine immer größere Autonomie erlangen. Diese mit den Intentionen der Künstler übereinstimmend und den Werken adäquate Betrachtungsweise, macht indes nicht nur die der modernen Kunst zugrundeliegenden künstlerischen Entscheidungen erklärlicher; vielmehr kann diese vielleicht erst heute am Ende autonomer Perspektive auch dazu beitragen, die gesellschaftlichen Legitimations- und Akzeptanzprobleme moderner Kunst besser zu verstehen. Dazu bedarf es freilich der genaueren Auseinandersetzung mit dem Autonomiebegriff - auch um die Umrisse einer künftigen Kunst zu gewinnen. Der die moderne Kunst bestimmende Autonomisierungsprozess setzt in aller Deutlichkeit um 1800 mit der deutschen Frühromantik ein. Daß die Autonomie der Kunst eine völlig neue ... >>

  9. 80%

    ... Freiheit wirken. Diese direkte Vergleichsmöglichkeit ist 1989 zwar untergegangen, aber im Rückblick ist es nicht weniger frappierend zu beobachten, wie sehr mittlerweile die kapitalistischen Strategien zur Instrumentalisierung der Kunst im Grunde dem einst als Feindbild dienenden realsozialistischen Kulturverständnis ähneln: Anstelle von verdienten Werktätigen bestimmen nun selbsternannte Leistungsträger das Bild, die mit kühlem Champagner durch minimalistische Skulpturen flanieren. Denn in der legendären "freien Welt" gilt es inzwischen als selbstverständlich und unverzichtbar, die Kunst samt ihrer Institutionen zum "Wohl des Standortes" für Firmenjubiläen, Produktpräsentationen, Prominentenempfänge oder andere Werbeaktionen als Kulisse in Anspruch zu nehmen. Das totalitäre Ausmaß solcher kommerziellen Verwertung der Kunst hat nicht nur etwas ähnlich Banausisches und Erbärmliches wie deren einstige ideologische Indienstnahme für den "sozialistischen Aufbau". Vielmehr entspringen beide Bemächtigungsweisen der Kunst auch einem gleichermaßen primitiven Materialismus und bedeuten eine skandalöse Mißachtung ihrer Freiheit. Unzählige Beispiele für eklatante Eingriffe in die Autonomie der Kunst finden sich fortwährend in den Feuilletons und Fachzeitschriften. Was ursprünglich als "Autonomie" der Kunst bezeichnet worden ist, meinte ihre auf die Französische Revolution zurückgehende Befreiung von klerikaler ... >>

  10. 79%

    ... Hamburg Armin Chodzinski (AC), Künstler und Unternehmensberater, Hamburg im Publikum: Martin Köttering (MK), Präsident der HFBK Hamburg Rahel Puffert (RP), Kulturwissenschaftlerin, Hamburg Moderation (MOD): Bettina Steinbrügge, Halle für Kunst e.V., Lüneburg Tim Voss, Galerie der HFBK Hamburg Gerne wird die bildende Kunst weiterhin als etwas „Anderes" gesehen, ein von ökonomischen Notwendigkeiten befreiter Raum, hehren Idealen der künstlerischen Selbstfindung und der Forschung verpflichtet. Der Kunstmarkt stellt dem gegenüber jedoch scheinbare Leistungskriterien ... ist sein ganz eigenes Schicksal, sein Möglichkeitsfeld. Individualität ist dann der Stil dieses Scheiterns." (S.37). Es gibt ja dazu einige soziologische Texte, in denen erklärt wird, warum Kunst kein Berufsfeld ist. Warum hat dieses nicht existierende Berufsfeld diese Attraktivität? Ist Künstler-sein eine Möglichkeit unkonventionell nach oben zu kommen? ON: Für mich hieß unkonventionell, dass ich mir nicht vorstellen konnte, Kunst zu studieren. Ich hatte nicht das Berufsziel: Künstler. Aber ab einem bestimmten Punkt habe ich mich in der Situation wiedergefunden, wo ich meine soziale Rolle als Künstler bezeichnen musste. Der Weg, Kunst zu studieren und dann in das Berufsleben „Künstler" zu wechseln, der schien mir vollkommen unmöglich. Als ich 1990 nach dem Fall der Mauer endlich jene Kunst des ... >>

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